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Telegesundheitsdienste-Kommission gemäß § 8 BMG

Einrichtung

Die "Telegesundheitsdienste-Kommission" ist ein Beratungsorgan der Bundesministerin bzw. des Bundesministers für Gesundheit gemäß § 8 Bundesministeriengesetz 1986 (BMG) in Angelegenheiten der Einführung und Verwendung von Telegesundheitsdiensten.

Vorläuferin der Kommission ist die "Koordinations-Plattform für Telemedizin des Österreichischen Gesundheitswesens", die gemeinsam von den ehemaligen Bundesministerien für Gesundheit sowie für Wissenschaft und Forschung eingerichtet war und wertvolle Vorarbeiten auf diesem Gebiet geleistet hat.

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Zielsetzung

Österreich nimmt im Bereich Gesundheit & IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) im EU-Vergleich einen Spitzenrang ein, den es nun – neben den großen Leitprojekten e-Card und ELGA – auch auf dem Gebiet der Telemedizin weiterzuentwickeln gilt.

Die Kommission nimmt ihre Tätigkeit mit dem Ziel der qualitativen und kosteneffizienten Weiterentwicklung des Gesundheitswesens sowie unter Bedachtnahme auf die Anforderungen auf europäischer Ebene wahr. Sie soll dazu beitragen, die Grundlagen für eine weitere Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Österreich zu schaffen.

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Aufgaben und Arbeitsweise

Entsprechend ihrer Geschäftsordnung erfolgt die Beratungstätigkeit der Kommission durch schriftliche Empfehlungen an die Bundesministerin bzw. den Bundesminister für Gesundheit zur Einführung konkreter telemedizinischer Dienste in die Regelversorgung in Österreich. Dazu muss die Kommission insbesondere folgende Fragestellungen beantworten:

  • Bei welchen Krankheitsbildern ist ein fachlicher Anwendungsbereich für einen telemedizinischen Dienst gegeben, bei welchen davon ein prioritärer Bedarf?
  • Welche marktgängigen Produkte weisen eine für die beabsichtigte Anwendung hinreichend technologische Reife auf?
  • In welchen Versorgungsbereichen treten durch die Verwendung der vorgeschlagenen telemedizinischen Dienste welche Effekte ein und ist in objektiver Gesamtbetrachtung die ökonomische Rationalität für den betreffenden Dienst gegeben?
  • Welche rechtlichen, ethischen und organisatorischen Begleitmaßnahmen einschließlich akzeptanzbildender, aus- und weiterbildungsmäßiger sowie evaluierender Aspekte sind erforderlich?

In ihrer konstituierenden Sitzung am 7. März 2013 erhielt die Kommission von Gesundheitsminister Alois Stöger den Auftrag, als erste Aktivität bis zu drei Anwendungsbereiche zu identifizieren, die sich aufgrund ihres voraussichtlichen Potenzials für die Einführung in die Regelversorgung eignen. Als Anwendungsbereiche sollen vor allem häufige chronische oder altersbedingte Erkrankungen in Betracht gezogen werden. Es geht also um Priorisierung, um die Festlegung auf das Sinnvolle.

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Empfehlungen und Bericht

Als Ergebnis ihres ersten Arbeitsauftrags beschloss die Kommission am 23. Oktober 2014 Empfehlungen an Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser einschließlich eines Berichts über das Zustandekommen dieser Empfehlungen, im Wesentlichen bestehend aus:

  • der Identifizierung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Hauptanwendungsbereiche von Telegesundheitsdiensten,
  • einem Kriterienkatalog zur Bewertung von Telegesundheitsdiensten im Sinne der Priorisierung einschließlich der Anwendung dieser Bewertungskriterien zur Identifizierung von konkreten Telemonitoring-Projekten in den Bereichen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, welche das größte Potential für die Einführung in die Regelversorgung bergen, sowie
  • einem Fragenkatalog zu möglichen Geschäfts- bzw. Organisationsmodellen für die Ausrollung von Telegesundheitsdiensten in die Regelversorgung einschließlich der Beantwortung dieser Fragestellungen für die Bereiche Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Empfehlungen und Bericht der Telegesundheitsdienste-Kommission gemäß § 8 BMG wurden der Zielsteuerung-Gesundheit zur Verfügung gestellt, um die laufende Gesundheitsreform auch im Bereich der Telegesundheitsdienste zu dynamisieren.

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Zusatzinformationen: