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Gelbfieber

Das Gelbfiebervirus ist ein Flavivirus. Übertragen wird das Gelbfiebervirus durch Stechmücken, vor allem im tropischen Süd- und Mittelamerika sowie in Afrika südlich der Sahara. Bei mehr als 10 Prozent der Erkrankten verursacht das Gelbfiebervirus ein schweres Krankheitsbild mit Gelbsucht, Blutungen und tödlichem Ausgang.

WHO-Empfehlungen und Vorschriften zur Impfung

Die WHO empfiehlt die Impfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Endemiegebiete, das sind Regionen, wo die Krankheit verbreitet ist, wie Afrika und Südamerika.

In bestimmten Ländern ist für die Einreise die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Für Reisen in die betroffenen Länder wird empfohlen, rechtzeitig eine reisemedizinische Beratung einzuholen.

Aktuelle Situation

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Gelbfieberausbrüche in Brasilien, Stand 16. Februar 2017 (Quelle: ECDC)

Ausbruch in Brasilien (Minas Gerais, Espírito Santo, São Paulo, Bahia, Tocantins und Rio Grande do Norte)

Seit Anfang Jänner 2017 wird über ein vermehrtes Gelbfieber-Aufkommen im Bundesstaat Minas Gerais berichtet. Mittlerweile konnten von über 1000 gemeldeten Fällen mehr als 200 im Labor bestätigt werden. Im Laufe des Monats wurden auch lokal übertragene Gelbfiebererkrankungen aus den benachbarten Bundesstaaten Espírito Santo, São Paulo sowie Verdachtsfälle aus Bahia, Tocantins und Rio Grande do Norte gemeldet.

Als Schutzmaßnahme haben die Brasilianischen Behörden mit großangelegten Impfkampagnen in den betroffenen Gebieten begonnen.

Aus dem Stadtgebiet von São Paulo, Rio de Janeiro und Salvador wurden bisher keine Hinweise auf eine Gelbfieberübertragung gemeldet. (Stand 15.2.2017)

Empfehlungen für Reisende 

Aufgrund der derzeitigen Situation und einer voraussichtlich erhöhten Reisetätigkeit rund um den Karneval in den nächsten Wochen mit eventuellen Ausflügen in die Umgebung empfiehlt die WHO Reisenden nach Brasilien folgende Schutzmaßnahmen:

  • Bei Reisen in Risikogebiete (siehe oben) Gelbfieberimpfung bis spätestens zehn Tage vor der Reise
  • Reisende mit Kontraindikationen gegen eine Gelbfieberimpfung (Kinder unter 9 Monaten, Schwangere, stillende Mütter, bei Unverträglichkeit gegen Hühnereiweiß und bei Immunschwäche) bzw. Menschen über 60 Jahre sollten vor der Impfung ärztlichen Rat einholen
  • Schutz vor Insektenstichen
  • Kenntnis der Symptome von Gelbfieber
  • Bei Auftreten von Gelbfiebersymptomen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen

Es wird darauf hingewiesen, dass weite Teile Brasiliens Gelbfieber-Risikogebiete sind, daher wird jedenfalls eine reisemedizinische Beratung rechtzeitig vor Reiseantritt empfohlen.

Informationen zur aktuellen Situation in Brasilien:

Ausbruch in Angola und der DRC beendet

Der mit Dezember 2015 aufgetretene Gelbfieberausbruch in Angola und der benachbarten Demokratischen Republik Kongo (DRC) wurde laut einem Bericht der WHO vom November 2016 für beendet erklärt. Von insgesamt mehr als 7300 Verdachtsfällen erkrankten 962 Menschen nachweislich an Gelbfieber. Die letzten Fälle ereigneten sich am 23. Juni 2016 in Angola und am 12. Juli 2016 in der DRC. Durch großangelegte Impfkampagnen in beiden Ländern konnte der Ausbruch eingedämmt werden.

Weitere Informationen zu Gelbfieber

Impfstoff

In Österreich wird die zugelassene Arzneispezialität Stamaril® zur Impfung verwendet.

Impfschema

Einmalige Lebendimpfung, danach lebenslanger Schutz (Beschluss WHO Juli 2016).

Bei einigen Personengruppen könnte eine Wiederholungsimpfung sinnvoll sein, da sie über eine möglicherweise abgeschwächte Immunantwort verfügen: zum Beispiel

  • Kinder, die bei der Erstimpfung unter 2 Jahre alt waren
  • Frauen, die in der Gravidität geimpft wurden
  • HIV-Infizierte 
  • oder Personen, die zeitgleich eine MMR Impfung erhalten haben

Nach Bewertung verfügbarer Daten und laut Beschluss der WHO ist davon auszugehen, dass eine einmalige Gelbfieberimpfung beim Immunkompetenten lebenslang schützt. Diese Bestimmung trat mit 11. Juli 2016 in Kraft, danach sollte im internationalen Reiseverkehr eine einmalige Impfung lebenslang akzeptiert werden.

Die WHO hat die derzeitigen Einreisebestimmungen in einer laufend aktualisierten Liste zusammengefasst. Für Reisende in besonders exotische Destinationen, die in der Gelbfieberzone liegen, ist eine Nachfrage bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung hinsichtlich der Umsetzung des WHO Beschlusses zur verlängerten Gültigkeitsdauer ratsam.

Impfungen nur bei autorisierten Impfstellen

Gelbfieberimpfbescheinigungen werden im internationalen Reiseverkehr nur dann anerkannt, wenn sie durch eine autorisierte Gelbfieber-Impfstelle oder autorisierte MedizinerInnen ausgestellt wurden. Die Berechtigung, Gelbfieber-Impfungen in Österreich durchzuführen und Gelbfieberimpfbescheinigungen nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften auszustellen, muss beim Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beantragt werden. Sollte eine Impfung von einer nicht autorisierten Ärztin oder einem nicht autorisierten Arzt durchgeführt worden sein, so ist auch eine nachträgliche Bestätigung durch die Gesundheitsbehörde nicht möglich.

Liste bundesweit zugelassener Impfstellen für Gelbfieber

(22.2.2017)

Zusatzinformationen: