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Gelbfieber

Das Gelbfiebervirus ist ein Flavivirus. Übertragen wird das Gelbfiebervirus durch Stechmücken, vor allem im tropischen Süd- und Mittelamerika sowie in Afrika südlich der Sahara. Bei mehr als 10 Prozent der Erkrankten verursacht das Gelbfiebervirus ein schweres Krankheitsbild mit Gelbsucht, Blutungen und tödlichem Ausgang.

WHO-Empfehlungen und Vorschriften zur Impfung

Die WHO empfiehlt die Impfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Endemiegebiete, das sind Regionen, wo die Krankheit verbreitet ist, wie Afrika und Südamerika.

In bestimmten Ländern ist für die Einreise die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Für Reisen in die betroffenen Länder wird empfohlen, rechtzeitig eine reisemedizinische Beratung einzuholen.

Aktuelle Situation

Gelbfieber-Ausbruch in Angola und der DRC

Seit Anfang Dezember 2015 gibt es in Angola und der benachbarten Demokratischen Republik Kongo (DRC) einen Gelbfieberausbruch.

In Angola berichtet die WHO mit Stand vom 21. Oktober 2016 von über 4.300 gemeldeten Fällen, davon konnten inzwischen 884 bestätigt werden. Mehr als 350 Menschen sind an der Krankheit verstorben. Der letzte bestätigte Fall datiert vom 23. Juni 2016.

In der Demokratischen Republik Kongo wurden heuer aus allen Provinzen insgesamt 2.970 Fälle gemeldet, 77 wurden bestätigt, 16 Menschen sind an der Krankheit verstorben. Der letzte bestätigte Fall wurde am 12. Juli gemeldet.

Nach Einsetzen eines Notfall-Komitees der WHO wurden alle erforderlichen Maßnahmen festgelegt und eine großangelegte Impfkampgne in beiden Ländern durchgeführt. Seither ist die Zahl der gemeldeten Krankheitsfälle rückläufig, die Situation wird jedoch weiterhin durch lokale Behörden und die WHO genau beobachtet.

Vermehrte Gelbfiebererkrankungen in Peru

Gelbfieber ist in Peru endemisch, allerdings ist heuer die durchschnittliche Zahl der jährlichen in Peru vorkommenden Gelbfiebererkrankungen laut WHO mit inzwischen 71 Fällen im Vergleich zu den vergangenen neun Jahren schon überschritten worden. Die Fälle sind auf acht von 25 Regionen verteilt, wobei Junin die am häufigsten betroffene Region ist. Im August starb einer von zwei mit Gelbfieber infizierten französischen Touristen, beide waren ungeimpft ins Verbreitungsgebiet gereist. Aufgrund dieses Vorfalls wird nochmals auf die empfohlene reisemedizinische Beratung vor Reiseantritt hingewiesen.

Weitere Informationen zur aktuellen Situation

Impfstoff

In Österreich wird die zugelassene Arzneispezialität Stamaril® zur Impfung verwendet.

Impfschema

Einmalige Lebendimpfung, gültig im internationalen Reiseverkehr derzeit noch für 10 Jahre.

Gemäß des Beschlusses der WHO nach Bewertung der verfügbaren Daten ist aber davon auszugehen, dass eine einmalige Gelbfieberimpfung beim Immunkompetenten lebenslang schützt. Dieser Beschluss tritt mit Juli 2016 in Kraft, danach sollte im internationalen Reiseverkehr eine einmalige Impfung lebenslang akzeptiert werden. Die WHO hat die derzeitigen Einreisebestimmungen zusammengefasst, die Liste wird laufend aktualisiert.

Bei einigen Personengruppen könnte eine Wiederholungsimpfung sinnvoll sein, da sie über eine möglicherweise abgeschwächte Immunantwort verfügen, wie zum Beispiel:

  • Kinder, die bei Erstimpfung unter 2 Jahre alt waren
  • Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden
  • HIV-Infizierte 
  • oder Personen, die zeitgleich eine MMR Impfung erhalten haben

Impfungen nur bei autorisierten Impfstellen

Gelbfieberimpfungen werden international nur dann anerkannt, wenn sie bei einer autorisierten Gelfieber-Impfstelle oder bei autorisierten MedizinerInnen durchgeführt wurden. Die Berechtigung, Gelbfieber-Impfungen in Österreich durchzuführen, muss beim Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beantragt werden. Eine Gelbfieberimpfung, die von einer nicht autorisierten Medizinerin oder einem nicht autorisierten Mediziner bzw. von einer nicht autorisierten Impfstelle durchgeführt wurde, wird international nicht anerkannt. Sollte eine Impfung von einer nicht autorisierten Ärztin oder einem nicht autorisierten Arzt durchgeführt worden sein, so ist auch eine nachträgliche Bestätigung durch die Gesundheitsbehörde nicht zulässig.

Liste bundesweit zugelassener Impfstellen für Gelbfieber

(16.11.2016)

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