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Überwachung von Lebensmitteln aus Japan auf Radioaktivität

Mit 5. Jänner 2016 ist eine neue EU-Verordnung zur Importkontrolle von Lebensmitteln aus Japan auf Radioaktivität in Kraft getreten (LINK VO). Die geänderten Importvorschriften berücksichtigen vor allem die aktuelle radiologische Lage in Japan und die bislang bei den Kontrollen gewonnenen Erfahrungen.

 

Die „Japan-Verordnung“ enthält eine Liste, in der festgelegt ist, welche Lebensmittel aus welcher Präfektur weiterhin vor ihrer Ausfuhr in die EU auf Radioaktivität zu untersuchen sind. Dies abhängig von den bislang im Rahmen der Kontrollen gewonnenen Ergebnissen.

Messungen nur bei bestimmten Lebensmitteln erforderlich

Die Ergebnisse der sehr umfangreichen Kontrollen der japanischen Behörden und der Importkontrollen der EU haben gezeigt, dass die meisten der untersuchten Proben - wenn überhaupt - nur mehr völlig unbedenkliche Mengen an Radioaktivität enthalten. Erhöhte Werte werden gelegentlich nur noch in bestimmten Lebensmitteln gefunden. Um den Verwaltungsaufwand für die japanischen und europäischen Behörden nicht unnötig hoch zu halten, werden die messtechnischen Kontrollen nunmehr auf diese Lebensmittel eingeschränkt. Im Wesentlichen sind dies Pilze, Fischereierzeugnisse, bestimmte essbare Wildpflanzen, bestimmte Gemüse, bestimmtes Obst, Reis und Sojabohnen sowie daraus gewonnene und verarbeitete Erzeugnisse.

Konzept der Importkontrollen

Für die oben angeführten Lebensmittel ist bei der Einfuhr in die EU eine Erklärung vorzulegen, die ihre Unbedenklichkeit hinsichtlich Radioaktivität bescheinigt. Unter bestimmten Voraussetzungen (Fülle von Grenzwertüberschreitungen in den letzten zwei Jahren in den betreffenden Präfekturen) muss auch ein amtlicher Analysebericht mit Messergebnissen für Radiocäsium vorhanden sein.

 

Bei der Einfuhr in die EU werden von den europäischen Behörden die entsprechenden Dokumente bei allen Sendungen geprüft. Außerdem sind seitens der EU stichprobenartig Kontrollmessungen durchzuführen. Lebensmittel aus Japan dürfen in der EU nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn alle amtlichen Kontrollen durchgeführt wurden und keine Beanstandungen ergeben haben.

Lückenlose Kontrolle von Direktimporten aus Japan in Österreich

Das Bundesministerium für Gesundheit hat von Beginn an auf Basis der jeweils geltenden „Japan-Verordnung“ in Österreich eine lückenlose Kontrolle aller Lebensmittelimporte aus Japan veranlasst. Diese lückenlose Kontrolle aller Direktimporte bleibt auch weiterhin aufrecht. Lebensmittel aus Japan dürfen nach Österreich nur an zwei zugelassenen Grenzkontrollstellen eingeführt werden (Flughafen Schwechat, Flughafen Linz).

Ergebnisse der Importkontrollen

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen werden alle Ergebnisse der in Österreich durchgeführten Importkontrollen veröffentlicht. Seit 1. April 2012 wird eine neue Ergebnisliste geführt und aktuell gehalten (aktuelle Ergebnisliste, PDF). Die Ergebnisse der bis März 2012 durchgeführten Kontrollen sind in einer eigenen Liste zu finden (Importkontrollen aus Japan: Ergebnisliste März 2011 - März 2012, PDF). Bislang musste keine Sendung zurückgewiesen werden.

Gemäß Japan-Verordnung haben alle Mitgliedstaaten ihre Analyseergebnisse der Europäischen Kommission mitzuteilen. Dadurch steht stets eine aktuelle Datenbasis für eventuell erforderliche Änderungen der Einfuhrvorschriften zur Verfügung.

Kaum Lebensmittelimporte aus Japan

Österreich importiert aus Japan nur sehr geringe Mengen an Lebensmitteln. Dabei handelt es sich vor allem um Lebensmittel mit einem geringen Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich, wie etwa spezielle Würzpasten, Nahrungsergänzungsmittel, Teespezialitäten und spezielle Erfrischungsgetränke. EU-weit stammen nur 1,9 Prozent der gesamten Agrar- und Ernährungswirtschaft-Importe aus Japan.

Kontrolle von Fischen aus dem Pazifik

In Österreich werden seit dem 23. März 2011 alle amtlichen Fischproben aus dem Pazifik auch auf Radioaktivität untersucht. Die Europäische Kommission hat eine Empfehlung zur stichprobenartigen Kontrolle von Fischen und Fischprodukten aus dem Pazifik am 15. April 2011 veröffentlicht. Dadurch waren auch die anderen Mitgliedstaaten veranlasst, solche Überprüfungen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen waren wöchentlich an die Europäische Kommission zu melden.

Da bei diesen Kontrollen keine ungewöhnlichen Radioaktivitätswerte festgestellt wurden, hat die Europäische Kommission Anfang 2012 die Kontrollempfehlung auf Fischarten reduziert, die ein ausgeprägtes Wanderverhalten haben (zB Thunfisch, Schwertfisch). Das Bundesministerium für Gesundheit hat dennoch veranlasst, dass in Österreich weiterhin alle amtlichen Fischproben aus dem Pazifik auch auf Radioaktivität untersucht werden. Aufgrund der in letzter Zeit vermehrten Meldungen über die Freisetzung radioaktiven Wassers aus Fukushima in den Pazifik, werden zusätzlich gezielt Proben aus dem Fischfanggebiet FAO 61 (LINK Fischfanggebiete), das Japan umgibt, auf Radioaktivität untersucht. Eine aktuelle Liste mit den Ergebnissen der Fischkontrollen ist auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen zu finden (aktuelle Fisch-Ergebnisliste, PDF). (02.09.2016)

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