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Delphi-Studie

zur Vorbereitung einer "nationalen Suchtpräventionsstrategie mit besonderem Augenmerk auf die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen"

Ein Ziel der Bundesregierung im Regierungsprogramm für die XXIV. Gesetzgebungsperiode im Kapitel "Gesundheit" ist die "Weiterentwicklung einer nationalen Suchtpräventionsstrategie mit besonderem Augenmerk auf die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen".
Wer an diese Aufgabe sinnvoll herangehen und die Grundlagen für eine nachhaltige Strategie schaffen möchte, muss die bestehenden Rahmenbedingungen und Konzepte analysieren. Dabei gilt zu beachten, dass in Österreich die Suchtprävention schon vor vielen Jahren auf eine breite Basis gestellt wurde. Auf Ebene der Bundesländer wurden, aufbauend auf den bundesgesetzlichen Rahmenbedingungen und den jeweiligen regionalen Gegebenheiten, sukzessive „Drogenkonzepte" geschaffen, und im Zuge des wissenschaftlichen Diskurses und der österreichischen und internationalen Entwicklungen zunehmend die legalen Drogen und Verhaltenssüchte einbezogen wurden.

Eine bundesweit umzusetzende Suchtstrategie, die die suchtpolitische Ausrichtung für die nächsten Jahre vorgeben soll, kann auch nur dann Erfolg haben, wenn sie in großem Maß von den ProfessionistInnen in Suchtprävention und Suchthilfe mitgetragen wird. Eine Strategieentwicklung macht daher auf diesem Gebiet nur Sinn, wenn sie das Wissen und die Erfahrungen der Fachwelt einbezieht.

 

Die Delphi-Methode

Vor diesem Hintergrund hat das ehemalige Bundesministerium für Gesundheit 2011 die Studie initiiert. Unter Anwendung der Delphi-Methode – einem selbstkorrigierenden Ansatz zur Konsensfindung, bei dem Expertinnen und Experten systematisch, anonym und wiederholt zu einem Grundlagentext Stellung beziehen . Unter wissenschaftlicher Leitung haben rund 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung der Bereiche "Suchtprävention", "Suchthilfe" und "Sicherheit" in einem über zwei Jahre gelaufenen Prozess auf Basis des aktuellen State of the Art in mehreren "Wellen" herausgearbeitet, in welche Richtung bestehende Ansätze des Suchtpräventions- und Suchtpolitik optimiert, neue Konzepte und Lösungsansätze ausgelotet und allenfalls notwendige Anpassungen initiiert werden sollen.

Ergebnis

In den zur Diskussion stehenden Positionen wurde von den Expertinnen und Experten überwiegend Übereinstimmung oder zu mehr als 2/3 Zustimmung gefunden, bei wenigen Themen gab es nur knappe Mehrheiten. Das Ergebnis spiegelt somit die überwiegende Sicht der teilnehmenden Expertinnen und Expterten wieder. Die umfassende und detaillierte Studie kann als sehr gutes Fundament bezeichnet werden, um darauf aufbauend erstmals in der Geschichte Österreichs eine bundesweite Suchtpräventions- und Suchtstrategie zu entwickeln, die das Wissen und die Erfahrung der Fachwelt wiederspiegelt und den Geist der europäischen suchtpolitischen Trends repräsentiert. (11.9.2013)