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Psychotherapeutin, Psychotherapeut

Berufsbild und Tätigkeitsbereiche

Psychotherapie ist ein eigenständiges Heilverfahren im Gesundheitsbereich für die Behandlung von psychischen, psychosozialen oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen. Zweck einer Psychotherapie ist:

  • seelisches Leid zu heilen oder zu lindern
  • in Lebenskrisen zu helfen
  • gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern
  • die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern

Die selbstständige Ausübung der Psychotherapie besteht in der eigenverantwortlichen Ausführung der genannten Tätigkeiten, unabhängig davon, ob diese freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ausgeübt werden.

Eine Psychotherapie kann unter anderem bei folgenden Problemen sinnvoll sein:

  • Ängste, die die Lebensqualität einschränken
  • belastende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
  • Depressionen
  • Süchte
  • somatopsychische und chronische Erkrankungen
  • psychosomatische Erkrankungen (Krankheiten, die mit ungelösten und belastenden psychischen Problemen zusammenhängen)
  • funktionelle Störungen (häufig wiederkehrende körperliche Beschwerden, die keine organische Ursache haben)
  • belastende Lebenssituationen und Lebenskrisen
  • Probleme und Krisen in der PartnerInnenschaft und in der Familie

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Ausbildung

Die Psychotherapieausbildung ist im Psychotherapiegesetz, BGBl. Nr. 361/1990, geregelt und besteht aus zwei Teile:

  • dem psychotherapeutischen Propädeutikum (allgemeiner Teil) und
  • dem psychotherapeutischen Fachspezifikum (besonderer Teil)

Voraussetzungen für das Propädeutikum:

Grundlegende Voraussetzung für das psychotherapeutische Propädeutikum ist die Eigenberechtigung. Zudem ist eine der folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Reifeprüfung an einer allgemeinbildenden oder berufsbildenden höheren Schule, einschließlich Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung oder Studienberechtigungsprüfung
  2. Abschluss im Krankenpflegefachdienst oder in einem medizinisch-technischen Dienst
  3. individuelle Eignung einer für die Psychotherapieausbildung besonders motivierten Persönlichkeit; diese wird durch ein Gutachten des Psychotherapiebeirates festgestellt; anschließend ergeht ein Zulassungsbescheid durch die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen

Voraussetzungen für das Fachspezifikum:

Grundlegende Voraussetzungen für das psychotherapeutischen Fachspezifikum sind die Eigenberechtigung, die Vollendung des 24. Lebensjahres und die erfolgreiche Absolvierung des Propädeutikums.

Zudem müssen Sie eine der folgenden Vorbildungen bzw. Studienabschlüsse haben:

  • Akademie für Sozialarbeit
  • ehemalige Lehranstalt für gehobene Sozialberufe
  • pädagogische Akademie (Pädagogische Hochschule)
  • eine mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Lehranstalt für Ehe- und Familienberatung
  • (Kurz-)studium Musiktherapie
  • Hochschullehrgang Musiktherapie (Bachelorstudium Musiktherapie)
  • Ausbildung im diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegefachdienst oder gehobenen medizinisch-technischen Dienst
  • Studium der Medizin, Pädagogik, Philosophie, Psychologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft oder Theologie
  • Studium für das Lehramt an höheren Schulen

Liegt keine dieser Vorbildungen bzw. Studienabschlüsse vor, wird die besondere persönliche Eignung durch ein Gutachten des Psychotherapiebeirates festgestellt. Anschließend ergeht ein Zulassungsbescheid durch die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen.

Formulare zur Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums bzw. des psychotherapeutischen Fachspezifikums

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Aufgabenbereiche

Das konkrete Ziel einer Psychotherapie ist nicht vorgegeben, sondern wird zu Beginn der Behandlung zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn besprochen. Es gibt kein festgelegtes Schema für den Ablauf einer Psychotherapie, wie sie verläuft, hängt von der jeweiligen Persönlichkeit und vom Miteinander der/des PsychotherapeutIn und der/des PatientIn ab. Dabei begleitet die/der PsychotherapeutIn die/den PatientIn bei der Entwicklung und Suche nach der passenden Problemlösung und Veränderung. Im Zentrum stehen das Gespräch und der Austausch zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn.

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Berufsberechtigung

Voraussetzungen für die selbstständige Ausübung der Psychotherapie:

  • erfolgreiche Absolvierung des psychotherapeutischen Propädeutikums und des psychotherapeutischen Fachspezifikums
  • Eigenberechtigung
  • Vollendung des 28. Lebensjahrs
  • Nachweis der zur Erfüllung der Berufspflichten erforderlichen gesundheitliche Eignung und Vertrauenswürdigkeit
  • Eintragung in die Berufsliste: PsychotherapeutInnenliste

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Berufsliste: Eintragung & Datenänderung

Der Eintrag in die PsychotherapeutInnenliste ist als Berechtigungsnachweis für die selbstständige Berufsausübung anzusehen und soll daher auch als Bestätigung über die Berufsberechtigung bei Behörden, Ämter, Unternehmen, etc. verwendet werden.

Formblatt zur Eintragung in die PsychotherapeutInnenliste

Formular zur Datenänderung

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Fort- und Weiterbildung

Zu den wesentlichen Berufspflichten einer Psychotherapeutin bzw. eines Psychotherapeuten zählt die Ausübung des Berufes nach bestem Wissen und Gewissen unter Beachtung der Entwicklung der Erkenntnisse der Wissenschaft. Dafür ist der regelmäßige Besuch von in- oder ausländischen Fortbildungsveranstaltungen erforderlich. Die Teilnahmebestätigungen sind bei einer allfälligen Nachfrage dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen vorzuweisen. Nähere Informationen entnehmen Sie der Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:

Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

Ergänzende Information zur Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

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Zusatzinformationen: