Hauptinhalt:

Diagnosendokumentation im ambulanten Bereich

Information zur Durchführung von Pilotprojekten zur standardisierten und codierten Diagnosendokumentation im ambulanten Bereich

In den Jahren 2012 und 2013 wurde in einer von der Bundesgesundheitskommission eingerichteten UAG „Diagnosendokumentation ambulant“ das Thema einer standardisierten und codierten Dokumentation von Diagnosen im gesamten ambulanten Bereich in umfassender Weise bearbeitet. An diesen Arbeiten waren sowohl VertreterInnen von Bund, Ländern und Sozialversicherung als auch nominierte VertreterInnen der Ärztekammer und aus dem Bereich der Krankenanstalten aktiv beteiligt. Es wurde gemeinsam ein einvernehmlich abgestimmter Bericht erstellt und der Bundesgesund­heitskommission am 28. Juni 2013 vorgelegt. Der Bericht wurde von der Bundesgesundheitskommission zur Kenntnis genommen und es wurde von der Bundesgesundheitskommission einstimmig beschlossen, in einem ersten Schritt Pilotierungen zur standardisierten und codierten Diagnosendokumentation im ambulanten Bereich durchzuführen.

Im Bundes-Zielsteuerungsvertrag (B-ZV) wurde die Durchführung von Pilotprojekten einschließlich der Erstellung eines entsprechenden Konzepts im operativen Ziel 7.2.1. („Sektorenübergreifende einheitliche Diagnosen- und Leistungsdokumentation (standardisiert und codiert) sicherstellen und schrittweise umsetzen“) aufgenommen.

Eine standardisierte und codierte Diagnosendokumentation im ambulanten Bereich stellt eine wesentliche Unterstützung bei der Erfüllung weiterer im Bundes-Ziel­steuerungsvertrag vereinbarter Ziele sowie bei der Entwicklung und Umsetzung künftiger Maßnahmen dar. Dies betrifft u. a. die Themen Versorgung, Planung, Qualitätsmessung (in Bezug auf Krankheitsbilder) und Abrechnung.

Vereinbarungsgemäß soll die Durchführung von Pilotprojekten für die verbindliche Einführung einer standardisierten und codierten Diagnosedokumentation im ambulanten Bereich zeitgleich im spitalsambulanten und im niedergelassenen Bereich stattfinden, und zwar möglichst in unterschiedlich strukturierten Versorgungsregionen, unterschiedlichen Fachrichtungen und in unterschiedlichen Phasen der Umsetzung.

Hinsichtlich des Berichtswesens ist vorgesehen, für die Datenmeldungen keine zusätzlichen Berichtssysteme einzurichten, sondern die Datenmeldungen im Rahmen der bereits routinemäßig bestehenden Berichtsstrukturen (für den Bereich der Krankenanstalten und für den extramuralen Bereich) vorzunehmen. So sieht die Verordnung des Bundesministers für Gesundheit zur Dokumentation im ambulanten Bereich (BGBL. II Nr. 305/2013) bereits vor, dass Diagnosen codiert (nach Satzart 02 gemäß Anlage 2 der Verordnung) zu melden sind, „sofern dies im Rahmen von Modellprojekten der Bundesgesundheitsagentur vereinbart ist und diese Modellprojekte auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit entsprechend veröffentlicht sind“.

Die Bundesgesundheitskommission hat am 21. März 2014 das ihr vorliegende Konzept zur Durchführung von Pilotprojekten zur standardisierten und codierten Diagnosendokumentation im ambulanten Bereich als Grundlage für die weiteren Arbeiten zur Vorbereitung und Durchführung der Pilotprojekte beschlossen. Gemäß diesem Beschluss haben die Pilotprojekte sowohl den intra- als auch den extramuralen Bereich zu umfassen und zeitgleich zu beginnen.

Für den spitalsambulanten Bereich sind seitens der Bundesländer Kärnten, Steiermark und Vorarlberg folgende Teilnehmer nominiert worden:

Kärnten:

  • Alle landesgesundheitsfondsfinanzierten Krankenanstalten

Steiermark:

  • A.ö. Diakonissen-Krankenhaus Schladming
  • Marienkrankenhaus Vorau
  • Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz
  • Ambulanzen im Bereich der Krankenanstalten der Stmk. KA-Gesellschaft:
    • LKH Univ.-Klinikum Graz – Univ.-Klinik für Chirurgie
    • LKH Univ.-Klinikum Graz – Univ.-Klinik für Augen
    • LKH Graz West – Abteilung für Innere Medizin – Departement für
      Allgemeine Innere Medizin
    • LKH Leoben – Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Vorarlberg:

  • Krankenhaus Stiftung Maria Ebene in Frastanz

Aus dem niedergelassenen Bereich konnte der Kärntner Gesundheitsfonds in Zusammenarbeit mit der Kärntner Ärztekammer zehn Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen für die Teilnahme an den Pilotprojekten gewinnen.

Die Pilotprojekte starteten am 1. April 2015 und waren für zwei Quartale anberaumt.

Erste Ergebnisse zur technischen und organisatorischen Machbarkeit und Empfehlungen für Uterstützungsmaßnahmen bei der Diagnosencodierung in der praktischen Umsetzung sind im Bericht zum Projekt Dokumentation im ambulanten Bereich 2015 (Seite 12 bis 16) enthalten. Ein Endbericht für die Pilotprojekte wird erstellt, sobald alle intra- und extramuralen Daten des 2. und 3. Quartals 2015 im Zuge der regulären ambulanten Datenmeldung an das BMGF übermittelt und ausgewertet wurden.

Zuletzt aktualisiert: 15.02.2016

Zusatzinformationen: