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Influenza A (H7N9)

Die Influenza A (H7/N9) ist eine Tierseuche bei Vögeln und wird durch den Influenza-A-Virus H7N9 hervorgerufen, der insbesondere bei Hühnervögeln vorkommt. Erstmals wurde dieses Virus im März 2013 in China entdeckt. Die meisten menschlichen Ansteckungen standen in Zusammenhang mit Kontakt zu lebendem Geflügel bzw. den damit verseuchten Einrichtungen, vor allem Märkte auf denen lebende oder geschlachtete Vögel verkauft wurden. Nur in vereinzelten Fällen konnte eine menschliche Übertragung nicht ausgeschlossen werden. Insgesamt scheint, dass das Influenza A (H7/N9) - Virus nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist, es wurde auch bisher von keinen größeren Ausbrüchen berichtet.

Situation in China

Bis 21. Juli 2016 erkrankten knapp 800 Menschen an dem Influenza A (H7/N9) – Virus, über 300 verstarben daran. Die örtlich übertragenen Fälle beschränkten sich bis jetzt auf verschiede Provinzen in China, dabei handelte es sich meist um sporadische zoonotische Übertragungen vom Geflügel auf den Mensch. Auch in Hong Kong sind einzelne Fälle aufgetreten. Die letzten sieben bestätigten Erkrankungen wurden am 12. Juli 2016 aus China gemeldet (WHO).

Aus China importierte Fälle

Aus China eingeschleppte Fälle wurden aus Taiwan und Malaysia berichtet. Im Jänner 2015 hat sich ein Ehepaar aus Kanada auf einer Reise nach China mit dem Influenza A (H7/N9) – Virus angesteckt und ist nach deren Rückkehr daran erkrankt. (Pressemitteilung - Government of Canada and British Columbia)

Symptome und Therapie

Bei den in China erkrankten Personen wurde eine Infektion der oberen Atemwege sowie eine schwere Lungenentzündung mit Symptomen wie Fieber, Husten, Atemnot bis Atemstillstand beobachtet. Die WHO empfiehlt bei Patienten mit einer vermuteten bzw. bestätigten Influenza-A (H7N9) – Infektion, sobald als möglich eine antivirale Behandlung mit einem Neuraminidase-Hemmer zu beginnen.

Risikoeinschätzung für den Europäischen Raum

Laut Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten (ECDC) ist das Risiko einer internationalen Ausbreitung des Virus in Europa gering. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt keine Reisebeschränkungen. Gemäß den EU Vorschriften dürfen aus China kein lebendes Geflügel, Eintagsküken und Bruteier eingeführt werden. Das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beobachtet die Situation sorgfältig.

Empfehlungen für Reisende nach China

Reiseempfehlungen des ECDC aufgrund neuartiger und anderer aviärer Influenzaviren sowie zoonotischer Infektionen in lebenden Vögeln für Reisende aus dem Europäischen Wirtschaftsraum/der Europäischen Union, die nach China reisen oder dort lebende Personen:

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu lebenden Vögeln, tierischen Exkrementen, unbehandelten Vogelfedern, anderen Vogel- oder Tierabfällen und den Besuch von Tiermärkten ("wet markets").
  • Halten Sie die Basisregeln für Händehygiene ein: Regelmäßiges Waschen der Hände und äußerliche Anwendung von alkoholischen Desinfektionsmitteln.

Weitere Informationen

ECDC: Avian influenza in humans (en)

ECDC: Risikoeinschätzung (en)

WHO: Avian influenza A(H7N9)(en)

Robert Koch Institut 

Zusatzinformationen: