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Nationalrat: Ausbau der Primärversorgung und Kostendämpfung beschlossen

200 Millionen Euro für wohnortnahe und multiprofessionelle Primärversorgung zweckgewidmet - Abschaffung der Kinderselbstbehalte in Spitälern fixiert

Das Gesundheitsreformpaket mit den 15a-Vereinbarungen und dem Vereinbarungsumsetzungsgesetz hat am 14.12.2016 den Nationalrat passiert.

Zum Beschluss standen zwei Verträge, die im Rahmen des Finanzausgleichs vereinbart wurden: zum einen die verbindliche Planung der Gesundheitsversorgung in der Region und zum anderen ein Ausgabendämpfungspfad für den Gesundheitsbereich.

Aus Mitteln der Länder und der Sozialversicherung werden 200 Millionen Euro bis 2020 für die wohnortnahe und multiprofessionelle Primärversorgung zweckgewidmet.

Die Vereinbarung zur Kostendämpfung für das Gesundheitswesen sieht vor, dass die Ausgaben schrittweise von 3,6 Prozent im Jahr 2017 bis 3,2 Prozent im Jahr 2021 steigen dürfen.

Auch die langjährige Forderung von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser - die Abschaffung der Kostenbeiträge von Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr für stationäre Krankenhausaufenthalte – wurde beschlossen.

Vorteile durch wohnortnahe Primärversorgung

"Der Ausbau der wohnortnahen Primärversorgung bringt für Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsberufe viele Vorteile: längere Öffnungszeiten, umfassende multiprofessionelle Versorgung, mehr Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Gesundheitsberufen. Das ist das Konzept der Zukunft, für das wir jetzt die Weichen stellen", erklärt Oberhauser.

Für die Gesundheitsministerin ist es wichtig, dass auch 2025 eine gute Gesundheitsversorgung in ganz Österreich gewährleistet ist. Bis dahin werden 60 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte mit Kassenvertrag das Pensionsalter erreicht haben.

"Dafür brauchen wir neue Versorgungslösungen und mehr Spielraum bei der Planung. Ich will, dass neue innovative Formen der Versorgung rasch bei den Menschen ankommen", so Oberhauser. Die Gesundheitsministerin verweist darauf, dass die OECD in ihrem jüngsten Bericht den europäischen Staaten ausdrücklich den Ausbau der multiprofessionellen Primärversorgung empfiehlt.

Oberhauser betont, dass die Gesundheitsversorgung in Österreich auch weiterhin bei Hausärztinnen und Hausärzten, Fachärztinnen und Fachärzten und den vielen anderen Gesundheitsberufen liegt. In einer abgestuften und gut abgestimmten Form von den Hausärztinnen und Hausärzten und der Primärversorgung vor Ort bis in die hochspezialisierten Spitäler. "Wir denken nicht daran, den Hausarzt abzuschaffen. Wir haben in den Regierungsverhandlungen vehement darum gekämpft, dass der Hausarzt ein Thema ist, denn Hausärztinnen und -ärzte sind nicht wegzudenken," betont die Gesundheitsministerin.

Abschaffung der Kinderselbstbehalte bringt spürbare Entlastung

"Die Abschaffung der Kinderselbstbehalte bringt eine deutliche und spürbare finanzielle Entlastung für Eltern", freut sich Oberhauser über den Beschluss im Gesundheitsausschuss.

Insbesondere für Familien mit Kindern, die aufgrund von schwerwiegenden Erkrankungen lange Spitalsaufenthalte brauchen, bringt die Abschaffung eine massive Erleichterung in ohnehin schon schweren Zeiten. (14.12.2016)

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