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HPV-Impfung

Was ist HPV?

HPV steht für Humane Papillom Viren, welche eine größere Gruppe von Viren umfasst. Die Übertragung von HPV erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte, so gehören HPV-Infektionen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. HPV kann aber auch durch einfache (Haut-)Kontakte übertragen werden (z.B. auch bei der Geburt durch Übertragung von der Mutter auf das Kind).

Gebärmutterhals-, Scheiden-, Vulva-, Anal- und Peniskrebs sowie Krebsformen im Mund- und Rachenraum lassen sich häufig auf HPV-Infektionen zurückführen. Vier von fünf Personen (Männer, Frauen und Kinder) stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an – meistens ohne, dass sie es wissen oder bemerken.

Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere - sogenannte "Hochrisiko Typen" - sind die Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumoren/Krebs.

Der 9-fach-Impfstoff (wirksam gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58) ist zugelassen für die Vermeidung von Genitalwarzen, außerdem Krebsvorstufen und Krebs des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Vulva und des Anus. Die HPV-Typen 6 und 11 verursachen über 90% der Genitalwarzen, die HPV-Typen 16 und 18, 31, 33, 45, 52 und 58 verursachen etwa 90% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und von meist operationspflichtigen Krebsvorstufen.

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Warum soll mit vollendetem 9. Lebensjahr geimpft werden?

Der größte Nutzen der Impfung tritt ein, wenn diese zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat. Also idealerweise bevor die ersten sexuellen Kontakte stattfinden. Zudem haben Untersuchungen eindeutig ergeben, dass die Impfantwort bei Kindern in dieser Altersgruppe am Besten ist. Die gebildeten Antikörper können ein Eindringen der Viren in die Körperzellen und somit die Infektion optimal verhindern.

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Wann soll geimpft werden?

Im nationalen, kostenfreien Impfprogramm gibt es ab Sommer 2016 den 9-fach-Impfstoff gegen HPV für Mädchen und Buben vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr. Mit Schulbeginn werden diese HPV-Impfungen auch in bestehenden Schulimpfprogrammen an österreichischen Volksschulen (4. Schulstufe) angeboten. Die Impfung wird auch an öffentlichen Impfstellen der Bundesländer und/oder von niedergelassenen Impfärzten bis zum vollendeten 12. Lebensjahr kostenfrei angeboten.

Für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr bieten die Bundesländer Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis an. Der Impfstoff wird bis zum vollendeten 15. Lebensjahr in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht.

Nach dem vollendeten 15. Lebensjahr muss die HPV-Impfung für einen gleichwertigen Schutz 3-mal verabreicht werden.

Die Impfung wird in den Oberarmmuskel verabreicht.

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Warum sollen Mädchen und Buben geimpft werden?

Die Impfung schützt vor der Entstehung eines Großteils der HPV-bedingten Krebsformen und Genitalwarzen und somit haben alle einen direkten Nutzen von der Impfung. HPV wird sowohl von Frauen als auch von Männern übertragen. Wenn sowohl Mädchen als auch Buben geimpft werden, wird die Infektionskette effektiv durchbrochen. Das führt dazu, dass die Erkrankung bzw. Erkrankungsvorstufen in der Bevölkerung generell abnehmen.

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Sind Auffrischungsimpfungen notwendig?

Die derzeitigen Studiendaten zeigen einen Impfschutz von über 10 Jahren. Die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung ist derzeit nicht gegeben. HPV-Impfstoffe bewirken die Bildung eines immunologischen Gedächtnisses und schützen damit sehr lange.

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Welche Nebenwirkungen wurden bei der HPV Impfung beobachtet?

Auch Impfungen können Nebenwirkungen haben. Die Gebrauchsinformation des Impfstoffes informiert Sie über die Zusammensetzung, mögliche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen. Bitte melden Sie alle Reaktionen und Nebenwirkungen, insbesondere auch solche, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind, unverzüglich Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

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Ist die Vorsorgeuntersuchung "Krebsabstrich" bei Frauen weiterhin wichtig?

Ja. Trotz Impfung wird auch weiterhin dringend angeraten, die regelmäßigen Krebsabstriche (PAP- Abstriche) durchführen zu lassen, da die Impfung vor den häufigsten und gefährlichsten, aber nicht vor allen HPV-Typen schützt.

 

(3.8.2016)

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