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Masernkampagne

Masern - Situation in Österreich

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hoch ansteckend und können sowohl für Säuglinge, Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben. Dennoch sind in Österreich nach wie vor über sechs Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen, das sind etwas mehr als 20.000 Kinder nicht geimpft. Von den geimpften Kindern sind etwa zehn Prozent kein zweites Mal geimpft. Das sind fast 39.000 Kleinkinder und mehr als 37.000 Schulkinder.

Impflücken

Impflücken in Österreich gibt es vor allem bei den Geburtsjahrgängen 2008 bis 2010 und bei Erwachsenen, geboren in den 1990er Jahren. Zusätzlich ist aktuell ein Drittel der 15-30-Jährigen noch kein zweites Mal geimpft, das sind mehr als eine halbe Million Personen.

Die Immunität gegen Masern in der Gesamtbevölkerung ist zwar weitgehend hoch. Bei älteren Erwachsenen aufgrund einer Erkrankung im Kindesalter, bei Kindern durch Impfungen.
Die Anzahl der geimpften Personen in Österreich reicht aber nach wie vor nicht aus, um Masern in Österreich auszurotten. Das ergab der Masernbericht 2016. Um die Masern auszurotten, sind Durchimpfungsraten von 95% mit 2 Dosen nötig.

WHO-Ziel: Masern weltweit ausrotten

Das Ziel der WHO ist, die Masern weltweit ausrotten. Die Impfung jeder einzelnen Person trägt dazu bei, eine Herdenimmunität aufzubauen und damit besonders gefährdete Gruppen zu schützen, wie Säuglinge, ungeimpfte Schwangere und Personen, die nicht geimpft werden können z.B. Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche.

Die Impfung schützt jeden einzelnen vor einer Erkrankung, die in einem Viertel der Fälle mit Komplikationen (Mittelohrentzündung, Durchfall, Lungenentzündung, Gehirnentzündung) einhergeht und tödlich enden kann.

Österreich im europäischen Vergleich Schlusslicht

Europaweit (EU/EEA-Länder) lag Österreich im Jahr 2015 mit 35,3 gemeldeten Fällen von Masern pro 1 Million Personen an zweiter Stelle nach Kroatien (Kroatien 51,6 Fälle pro 1 Million EinwohnerInnen). An dritter Stelle lag Deutschland mit 30,5 Fällen pro 1 Million Personen, wobei es in Deutschland 2015 zu einem Todesfall bei einem Kleinkind im zweiten Lebensjahr kam. Europaweit traten sechs Fälle der gefürchteten, akuten Masernencephalitis (Gehirnentzündung) auf.

Anstieg der Masernfälle im Jahr 2015

In Österreich stieg die Zahl der Masernfälle im Jahr 2015 mit 309 Fällen auf das höchste Niveau seit 2008 (2008: 443 Fälle). Die Verbreitung der Infektionen konnte nicht verhindert werden, da hierzulande noch keine ausreichende Herdenimmunität besteht. Der Masernausbruch 2015 in Österreich hat gezeigt, dass die Bestrebungen nicht enden dürfen, das Bewusstsein in der Bevölkerung zur Wichtigkeit der Masernimpfung zu stärken.

Erkrankungsfälle traten in allen Altersgruppen auf. Besonders bedauerlich und gefährlich waren 9 Infektionen bei Kindern unter einem Jahr, die nur durch eine Herdenimmunität hätten vermieden werden können. Zudem traten 35 Infektionen in der Altersgruppe der 1- bis 4-Jährigen auf. Somit erkrankten insgesamt 44 Säuglinge und Kleinkinder vor dem 5. Lebensjahr.
In dieser Altersgruppe ist das Risiko stark erhöht (1:1700 bis 1:3300), Jahre später nach einer akuten Masernerkrankung an der gefürchteten SSPE (subakut sklerosierenden Panenzephalitis) zu erkranken. Dabei kommt es zu einem schrittweisen Gehirnzerfall, der immer tödlich endet.

Zusätzlich kam es zu einer Reihe von durch Impfung vermeidbaren Virusübertragungen im Spitalsbereich und bei medizinisch tätigen, nicht geschützten Personal (in insgesamt 7,5% der Fälle!) in zum Teil sehr heiklen medizinischen Bereichen wie in Neugeborenen-Abteilungen und in der Kinderheilkunde.

Impfempfehlung

Der Österreichische Impfplan empfiehlt zwei Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) ehestmöglich ab dem vollendeten 10. Lebensmonat. Die Impfungen sollten vor dem 2. Geburtstag erfolgt sein. Sind zwei Impfungen verabreicht, besteht lebenslange Immunität.

Impfung nachholen

Ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Kinder und Erwachsenen wird empfohlen fehlende Impfungen ehestmöglich nachzuholen, dies gilt auch für Personen ohne Impfdokumentation.

Auch ein Impfen bei bestehender Immunität oder bereits geimpften Personen ist kein Problem, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt und die Impfviren an ihrer Vermehrung gehindert werden. Eine Überimpfung ist nicht möglich.

Kostenfreie Impfung in jedem Alter

Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, den Sozialversicherungsträgern und den Ländern getragen. Informationen zur kostenlosen Masernimpfung: keinemasern.at.

Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem 10. Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildinfektion: Informationen zu Nebenwirkungen.

 

(20.9.2016)

Bericht

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