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Veranstaltungen

Selbstbestimmt Bäuerin?!

Zukunftsträchtige Politik, Infrastruktur und Bildung für Frauen am Land

Ort: Wien

Datum: 26.01.2017

Anzahl: 9 Bilder

Im Rahmen der Veranstaltung „Selbstbestimmt Bäuerin?! – Zukunftsträchtige Politik, Infrastruktur und Bildung für Frauen am Land“ am 26. Jänner 2017 wurde im Anschluss an die Präsentation des Films „Landlust – Landfrust: Bauerntöchter über das wahre Leben auf dem Hof“ die  derzeitige Arbeits- und Lebenssituation von Frauen in der Landwirtschaft diskutiert. Expertinnen am Podium und aus dem Publikum erörterten die zu bewältigenden Herausforderungen wie den stetigen Rückgang der bäuerlichen Betriebe, niedrige Preise für landwirtschaftliche Produkte sowie die trotz Mechanisierung nach wie vor hohe Arbeitsbelastung. Schwerpunktthemen waren die stärkere politische Beteiligung von Frauen sowie die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Agrar- und Lebensmittelpolitik.

Ines Stilling, Leiterin der Sektion für Frauen und Gleichstellung: „Das Thema Bevölkerungsrückgang ist in der Regionalpolitik angekommen. Die Umsetzung von konkreten frauen- und gleichstellungsfördernden Maßnahmen im Rahmen der ländlichen Entwicklungspolitik ist ein wichtiger Pfeiler bei der Planung von Strategien zur Erhaltung eines lebendigen ländlichen Raumes.“

Christine Pichler-Brix, Obfrau der ÖBV-Via Campesina Austria, Bäuerin: „ Wir Bäuerinnen erzeugen Lebensmittel für unsere Region und tragen dabei Sorge für Umwelt und Tiere. Wir treten ein für ein Wirtschafts- und Politiksystem, welches sich an einem guten Leben für alle orientiert und unsere Lebensgrundlage, Mutter Erde, bewahrt.

Andrea Heistinger moderierte die Podiums- und Publikumsdiskussion. Sie ist freie Agrarwissenschafterin, Beraterin und Seminarleiterin und Buchautorin zum Fachthema Kulturpflanzen und Pflanzenzüchtung. Sie forscht zu sozialen Fragen in der Landwirtschaft und befasst sich intensiv mit dem Thema „Neues Leben auf dem Land“.

Gabriele Schiller, Regisseurin des Films „Landlust – Landfrust: Bauerntöchter über das wahre Leben auf dem Hof“ (Doku/A 2015/45min). Die Doku berichtet über das Leben von fünf Bauerntöchtern und bietet vielschichtige Einblicke in die Lebensrealitäten von Bäuerinnen.

Andrea Schwarzmann, Vertreterin der ARGE Bäuerinnen, Bundesbäuerin: Der Beruf der Bäuerin ist geprägt von hoher Verantwortung und großen Herausforderungen. Es braucht Mut, neue Wege zu gehen und die Erhaltung eines lebendigen ländlichen Raums ist nicht nur eine Frage der Agrarpolitik, sondern auch von Umwelt- und Sozialpolitik. Die ARGE Bäuerinnen fordert einen Frauenanteil von mindestens 30% in agrarpolitischen Gremien.

Mathilde Schmitt, Land- und Agrarsoziologin und Rurale Geschlechterforscherin: „Es ist noch immer nicht selbstverständlich, dass Töchter für die Hofübernahme in Frage kommen. Auch im Bereich der Landwirtschaft nehmen die Scheidungen zu und die Frauen stehen dann da…Um Frauen auf den Höfen zu halten, ist es wichtig, Kooperationen zu suchen und zu finden.“

Heidemarie Rest-Hinterseer, Obfrau von Kokon – Bildung und Beratung von Frauen und Bäuerin: „Umso ländlicher die Gegend – umso weniger Frauen sind in politischen Gremien repräsentiert. Damit die spezifischen Anliegen von Frauen gut vertreten sind, braucht es mindestens ein Drittel Frauenanteil in den Gremien. Damit junge Frauen nach ihrer Ausbildung wieder aufs Land zurückkehren, müssen wir ihnen die politische Teilnahme ermöglichen.“

Hildegard Bachler, ÖBV-Frauenarbeitskreis und Bäuerin: „ Wenn wir unsere Höfe erhalten wollen und nachhaltig produzieren wollen, dann müssen wir mit weiten Teilen der Gesellschaft zusammenarbeiten. Wie Lebensmittel erzeugt und verteilt werden, geht uns alle an und daher brauchen wir eine demokratische Lebensmittelpolitik!“

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