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Pathologisches Glücksspiel

Im Gegensatz zu anderen Verhaltenssüchten ist das pathologische, zwanghafte Glücksspiel als eigenständige psychische Erkrankung im ICD anerkannt. Im internationalen diagnostischen System des International Classification of Diseases (ICD) der Weltgesundheitsorganisation wird das pathologische Glücksspiel geführt unter der Kategorie F 63.0: Pathologisches Spielen. Zwanghaftes Spielen wird definiert als häufiges und wiederholtes episodenhaftes Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffene Person beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Regelungskompetenz

Wie alle Themen, die mit Sucht in Zusammenhang stehen, ist der Bereich "Glücksspiel" in Österreich eine Querschnittmaterie. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) ist in gesundheitlichen Belangen bei der Entwicklung von präventiven und gesetzlichen Maßnahmen auf fachlicher und inhaltlicher Ebene eingebunden. Beim Bundesministerium für Finanzen (BMF) liegt jedoch die primäre Regelungskompetenz: Glücksspielrechtliche Informationen - Bestimmungen und rechtliche Regelungen, die das Glücksspiel in Österreich betreffen.

Präventive Maßnahmen

Es gibt wenig Grundlagenforschung und kaum Fachliteratur zur Thematik „Spielsucht“ in Österreich. Ausgegangen wird bei Automatenspiel und Glücksspiel im Casino von ca. 40.000 bis 60.000 Glücksspielsüchtigen in Österreich (Quelle: Anton-Proksch-Institut). Bei Onlineglücksspielen werden in Österreich ca. 60.000 Betroffene als stark gefährdet bzw. bereits internetabhängig eingeschätzt. Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren nehmen hier den ersten Platz ein. (Quelle: Anton-Proksch-Institut) Im Europavergleich geht man in Großbritannien von 0,3 % Spielsüchtigen in der Bevölkerung aus, in Finnland von 2,1%. (Quelle: Gerhard Meyer und Tobias Hayer, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung, Universität Bremen, 2010)

Für die Erarbeitung präventiver Maßnahmen für Österreich mussten zuerst empirische Erkenntnisse gewonnen werden. Die „Erste Österreichische Studie zur Prävention der Glückspielsucht“ wurde von 2009 bis 2011 als mehrmodulare Studie durchgeführt. Befragt wurden die Allgemeinbevölkerung, ExpertInnen, SpielerInnen und das Personal von Glücksspielanbietern zu Themen wie Glücksspielteilnahme und Probleme der Bevölkerung sowie zu speziellen Spielergruppen. Auf Grundlage dieser empirischen Ergebnisse wurden Empfehlungen für verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen für das Glücksspielwesen in Österreich formuliert.

 

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