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Eine ältere Frau und eine Pflegerin, Bild: Alexander Raths - Fotolia.com

Rückschau: Auftaktveranstaltung "Gut leben mit Demenz" im Februar 2015

Neuer Demenzbericht Grundlage für österreichische Demenzstrategie

Am 11. Februar 2015 wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung "Gut leben mit Demenz" der neue Demenzbericht vorgestellt. Dieser dient als Basis für die Entwicklung einer nationalen Demenzstrategie.

Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen mit verschiedenen Formen von Demenz. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 verdoppeln und der Betreuungs- und Pflegebedarf somit weiter steigen. Die Versorgung von Menschen mit Demenz wird in Zukunft eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden.

Der Demenzbericht wurde in enger Zusammenarbeit des ehemaligen Bundesministeriums für Gesundheit, dem Sozialministerium sowie der Gesundheit Österreich GmbH erarbeitet. Er bildet die aktuelle Versorgungssituation von Demenzkranken ab und liefert fundierte epidemiologische Aussagen zur Häufigkeit von Demenz in Österreich. Er befasst sich mit Gender- und rechtlichen Aspekten sowie mit zukünftigen Herausforderungen.

Ziele

Häufig negieren Betroffene und ihre Angehörigen die ersten Zeichen einer Demenzerkrankung. Die Angst vor Stigmatisierung und Einschränkungen im Alltag sind groß. Dabei kann eine frühzeitige Abklärung und entsprechende Behandlung die Pflegebedürftigkeit verzögern.

Leben mit Demenz im eigenen Zuhause ist nicht nur der Wunsch der meisten betroffenen Personen, sondern kann auch helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Von Demenz ist das gesamte System Familie betroffen. In den kommenden Jahren werden immer weniger Angehörige für die Betreuung zur Verfügung stehen. Gründe dafür sind zum Beispiel die sinkende Anzahl von Kindern, die steigende Erwerbsquote bei Frauen oder eine längere Lebensarbeitszeit.

Die im Regierungsprogramm verankerte Erarbeitung einer Demenzstrategie soll Empfehlungen für eine notwendige öffentliche Bewusstseinsbildung, Versorgungsstrukturen, Prävention und Früherkennung sowie Schulung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen liefern.

Gemeinsame Richtschnur

Auf Bundesebene ist in Österreich das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen für die Aspekte der Krankenversorgung und Prävention bei Demenz zuständig. Langzeitbetreuung und -pflege von Menschen mit Demenz liegen im Kompetenzbereich der Bundesländer. Geldleistungen für Langzeitpflege wie Pflegegeld und Pflegefonds fallen in die Zuständigkeit des Sozialministeriums. In der Versorgung der an Demenz erkrankten Menschen tragen auch die Bundesländer sowie die Sozialversicherung große Verantwortung. Eine österreichweite Strategie soll daher auch der Vielzahl der AkteurInnen als gemeinsame Richtschnur und Leitlinie dienen.

 (20.3.2015)

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