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Blut und Blutprodukte

Blut und Blutprodukte gelten in Österreich als Arzneimittel und unterliegen strengen Kontrollen nach dem Arzneimittelgesetz und dem Blutsicherheitsgesetz. Sie spielen sowohl im Krankenhausalltag als auch in der Pharmaindustrie eine wichtige Rolle.

Nicht ausschließbare Restrisiken

Da bei Blut und Blutprodukten, wie bei allen biologischen Produkten, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich bestimmte Restrisiken im Hinblick auf mögliche Unverträglichkeiten (z.B. Immunmodulation, Abstoßungsreaktion, u.a.m.) oder bezüglich der Übertragung von Infektionskrankheiten bestehen, sollten diese Produkte nur nach klar definierten Kriterien und nach Vornahme einer entsprechenden ärztlichen Risikoabwägung (d.h. im Rahmen einer strengen Indikationsstellung) am Menschen angewendet werden. Dem Ziel der Sicherung einer hohen Qualität und Sicherheit von Blut und Blutprodukten vom Spender bis zum Empfänger dient eine Reihe von Rechtsvorschriften auf nationaler wie auch EU-Ebene (siehe dazu die Rubrik "Rechtsvorschriften").

Anwendungsmöglichkeiten

Wer Vollblut, Plasma, ErythrozytenThrombozyten oder Granulozyten spendet, leistet einen wertvollen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Blutprodukte werden im klinischen Bereich vor allem nach Unfällen, bei schweren Operationen (etwa Revisionen von Hüftgelenken) oder im Rahmen der Krebstherapie benötigt.

Blutspende, Bedeutung der Angaben der SpenderInnen

Vor einer Blutspende ist die Feststellung des Gesundheitszustandes des Spenders durch die Ärztin/den Arzt von großer Bedeutung. Das korrekte Ausfüllen des Fragebogens und die wahrheitsgemäße Beantwortung der von der Ärztin/vom Arzt gestellten Fragen sind die Voraussetzung dafür. Nur so kann ein Höchstmaß an Sicherheit für die EmpfängerInnen gewährleistet werden.

Der Weg des Blutes und der Blutprodukte vom Spender bis zum Empfänger

Das gewonnene Vollblut wird in den Blutspendeeinrichtungen (Blutbanken), die den gleichen strengen Kriterien wie pharmazeutische Betriebe unterliegen, in die einzelnen Blutkomponenten getrennt (Erythrozyten, Thrombozyten, Plasma). Von dort werden die Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentrate sowie das Plasma an die Blutdepots in den Krankenhäusern verteilt. Den Blutdepots obliegt die Versorgung der einzelnen Abteilungen/Stationen des zugehörigen Krankenhauses, wo die Konzentrate dann letztlich zur Patientin/zum Patienten gelangen. Das Plasma kann von den Blutspendeeinrichtungen auch an behördlich bewilligte pharmazeutische Betriebe (pharmazeutische Industrie) geliefert werden, wo es zu zahlreichen Produkten weiterverarbeitet wird. Die daraus gewonnenen Produkte (wie Gerinnungsfaktoren, Immunglobulin und Albumin) werden Pathogen-inaktivierenden Verfahren unterzogen und mittels umfangreicher klinischer Prüfungen auf Wirksamkeit und größtmögliche Sicherheit getestet.