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Diabetes

Neuerkrankungen durch Prävention verringern

Diabetes ist auch unter dem Begriff Zuckerkrankheit bekannt. Es ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die Krankheit zählt zu den am weitesten verbreiteten Krankheiten in unserer Gesellschaft. In Europa sind rund 32 Millionen Erwachsene von der Krankheit betroffen - Tendenz steigend.

In Österreich leiden derzeit etwa geschätzte 600.000 Personen an Diabetes, immer häufiger auch jüngere Menschen. Die Klassifikation von Diabetes erfolgt in vier Typen:

  • Typ-1-Diabetes,
  • Typ-2-Diabetes,
  • Gestationsdiabetes und
  • andere spezifische Diabetes-Formen.

Typ-2-Diabetes ist die am weitesten verbreitete Diabetes-Erkrankung.

Entwicklung einer österreichweiten Diabetesstrategie

Diabetes mellitus Typ 2 ist in der Bevölkerung stark im Ansteigen und in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für Politik und Gesellschaft. Daher wurde im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF), heute Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, die österreichische Diabetesstrategie erarbeitet und am 29. März 2017 im Festsaal des BMGF im Rahmen einer Tagung vorgestellt.

Die Diabetes-Strategie definiert für die Bereiche Prävention, Diagnose, Therapie und Forschung die Aufgaben für die kommenden 5 bis 10 Jahre.

Die Wirkungsziele der Strategie lauten:

  1. Steigern der diabetesbezogenen Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung
  2. Diabetesreduzierende Umwelt-/ Umfeldfaktoren fördern
  3. Erkrankte zum eigenständigen und kompetenten Umgang mit Diabetes befähigen
  4. Integrierte Versorgung konzipieren, implementieren und sicherstellen
  5. Wissen und Kompetenz der Gesundheitsberufe aufbauen, vernetzen und transparent machen
  6. Wissen generieren und evidenzbasiertes, qualitätsgesichertes Handeln unterstützen

Die Strategie hat zwei übergeordnete Ziele:

Zum einen sollen bereits an Diabetes erkrankte Personen besser versorgt werden, damit sie bei hoher Lebensqualität möglichst lange leben. Zum anderen sollen präventive Maßnahmen Neuerkrankungen verhindern.

Im Jahr 2018 wird ein konkreter Umsetzungsplan entwickelt und eine Priorisierung der in der Strategie formulierten Wirkungsziele vorgenommen.

Broschüre Augengesundheit & Diabetes

In Österreich gibt es laut Schätzungen rund 600.000 Menschen mit Diabetes, von diesen wissen allerdings rund 20 % (noch) nichts von ihrer Erkrankung. Ca. jeder/jede dritte DiabetikerIn leidet aber infolge der Erkrankung an diabetischer Retinopathie. In Österreich erblinden rund 200 Menschen jährlich an den Folgen von Diabetes mellitus.

Präventive Maßnahmen

Ernährung und Bewegung

Bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ-2 spielen Bewegung, Ernährung, Übergewicht und Rauchen eine bedeutende Rolle. Ein gesunder Lebensstil ist die beste präventive Maßnahme. Aus diesem Grund unterstützt das Gesundheitsministerium im Bereich gesunder Ernährung und Bewegung bewusstseinsbildende und die Gesundheitskompetenz stärkende Maßnahmen:

Transfett-Grenzwerte in Lebensmitteln

Mit der Einführung strenger Grenzwerte bei Transfetten in Lebensmitteln setzte das Gesundheitsministerium eine präventive Maßnahme  zur Verringerung gefährlicher Fette in Lebensmitteln.

Betreuungsprogramm - Disease-Management-Programm (DMP)

Das Disease-Management-Programm (DMP) "TherapieAktiv" hat zum Ziel die Lebensqualität von DiabetikerInnen zu verbessern. Das Risiko von diabetesbezogenen Folgeerkrankungen, Komplikationen und eine frühzeitige Sterblichkeit soll vermindert werden.

In der Bundesqualitätsleitlinie zur Qualität von Gesundheitsleistungen empfiehlt das Gesundheitsministerium - dem Regierungsprogramm entsprechend - ein Disease Management Programm für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2. Dieses soll die Qualität der Betreuung und des Behandlungsablaufes bei der Versorgung dieser Patientinnen und Patienten verbessern.

Projekte "Gesundheit und Migration"

Diabetes ist auch ein Schwerpunkt des Projekts "Migration und Gesundheit", einer Kooperation zwischen dem Gesundheitsministerium, der Arbeiterkammer, der Stadt Wien und der GÖG. Menschen mit Migrationshintergrund nehmen das Gesundheitswesen im niedergelassenen Bereich seltener in Anspruch. Die zentrale Herausforderung ist, bestehende Barrieren abzubauen. Das Gesundheitsministerium hat in diesem Zusammenhang wegweisende Projekte initiiert:

  • Förderung der interkulturellen Kompetenz in der Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals
  • Projekt Video-Dolmetsch

Diabetes-Situation in Österreich

 (12.4.2018)

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