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Europa 2020 - Ziele im Bereich Frauen und Gleichstellung

"Europa 2020" ist die Strategie der EU für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Die Strategie hat fünf Kernziele, die bis 2020 erreicht werden sollen. Insbesondere die beiden Kernziele betreffend die Beschäftigungssteigerung und Armutsverminderung haben deutliche Gleichstellungsaspekte:

  • 75% der 20- bis 64-Jährigen sollen EU-weit bis 2020 in Arbeit stehen.
  • Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen soll in der gesamten EU um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

Für die Erreichung dieser Wachstumsziele ist es einerseits wichtig, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen in qualitätsvoller und existenzsichernder Beschäftigung gesteigert wird.

Andererseits ist es vor dem Hintergrund von hoher Armutsgefährdung und Altersarmut dringend notwendig, die wirtschaftliche Absicherung und soziale Inklusion von Frauen in allen Lebensphasen sicherzustellen.

Auch die Strategie der Europäischen Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern verdeutlicht den Nutzen der Gleichstellung der Geschlechter im Hinblick auf Wirtschaftswachstum und nachhaltige Entwicklung und unterstützt die Umsetzung der Gleichstellungsmaßnahmen im Rahmen der Europa-2020-Strategie.

Umsetzungsstand

Die Europa-2020-Kernziele werden in jedem EU-Land in nationale Ziele umgesetzt, die den verschiedenen Situationen und Gegebenheiten Rechnung tragen. Österreich hat als nationale Ziele in den Bereichen Beschäftigung und Armutsverminderung festgelegt:

  • Erhöhung der Beschäftigungsquote der 20-64jährigen Frauen und Männer auf 77-78%.
  • Senkung der Anzahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen um 235.000 Personen.

Die Beschäftigungsquote der Frauen lag 2016 bei 70,9%, die der Männer bei 78,7%.Insgesamt lag die Beschäftigungsquote in Österreich bei 74,8%.

Im Jahr 2016 waren in Österreich nach Definition der Europa-2020-Strategie laut EU-SILC rund 1.542.000 Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das entspricht 18,0% der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zum Basisjahr 2008 waren 2016 in Österreich 157.000 Personen weniger als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet ausgewiesen. Das bedeutet, dass zwei Drittel der für Österreich angestrebten Verringerung erreicht waren. Alleinerziehende, Haushalte mit weiblicher Hauptverdienerin und alleinlebende Pensionistinnen sind in Österreich weiterhin besonders armutsgefährdete Gruppen von Frauen. Darüber hinaus sind Haushalte mit drei oder mehr Kindern und von (Langzeit-)Arbeitslosigkeit Betroffene überdurchschnittlich armutsgefährdet.

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