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Rechtsvorschriften und Grundsatzdokumente zur Geschlechtergleichstellung in der EU

Die EU hat im Bereich der Geschlechtergleichstellung maßgebliche Richtlinien erlassen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, diese Richtlinien umzusetzen. Die neueren Richtlinien sind in den untenstehenden Downloads verfügbar. Darüber hinaus sind die Mitteilungen und Empfehlungen der Europäischen Kommission richtungsweisende Dokumente mit hoher politischer Bedeutung.

Neben den rechtlich verbindlichen Richtlinien besteht mit dem Europäischen Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter (2011-2020) und dem Strategischen Engagement der Europäischen Komission für die Gleichstellung der Geschlechter (2016-2019) ein klares Bekenntnis zur Förderung von Geschlechtergleichstellung in der EU sowie ein Katalog von Maßnahmen, um dieses Ziel auf EU- und Mitgliedstaatenebene zu erreichen.

Wie bereits in der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2010-2015) bilden die folgenden Prioritäten die Arbeitsschwerpunkte der Europäischen Kommission im Bereich der Geschlechtergleichstellung in den Jahren 2016 bis 2019 :

  • Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer,
  • Verringerung des geschlechtsspezifischen Einkommens- und Rentengefälles und dadurch Bekämpfung der Armut bei Frauen,
  • Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Entscheidungsprozessen,
  • Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Gewalt sowie Schutz und Unterstützung für die Betroffenen,
  • Förderung der Geschlechtergleichstellung und der Frauenrechte weltweit.

Darüber hinaus legt die Europäische Kommission dem Europäischen Rat jährlich einen Bericht über die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter vor, in dem auch die politischen Leitlinien und Prioritäten für die Zukunft festgelegt werden.

Fortschrittsbericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2017

Der Jahresbericht der Europäischen Kommission über die Gleichstellung von Frauen und Männern 2017 (englisch, PDF 1219 KB) ist eine Zusammenfassung der wesentlichen politischen Entwicklungen und Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in den EU-Mitgliedstaaten während des letzten Jahres, aber auch im Zeitraum ab 2010.

Der Bericht informiert u.a. über neue Initiativen und Good-Practice-Beispiele in den Bereichen Beschäftigung, Bekämpfung von Gewalt an Frauen, Einkommenstransparenz, Bildung, Frauen in Führungspositionen und identifiziert und quantifiziert bestehende Ungleichstellungen zwischen Frauen und Männern.

Frauen haben am Arbeitsmarkt nach wie vor große Herausforderungen zu bewältigen: Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist zwar gegenüber dem Vorjahr um rund 1 Prozentpunkt gestiegen, bleibt aber noch immer mit 65,5% um 12 Prozentpunkte unter jener der Männer (77,4%). Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern liegen im Durchschnitt bei 40%. Der Gender Gap im Pensionsbereich liegt bei 38%. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Vorständen großer börsennotierter Unternehmen beträgt nur knapp 24%. Nur in 4 Mitgliedstaaten liegt der Frauenanteil bei mindestens 30%. Und auch in der Politik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten beträgt 28,7% .

Europäischen Pakt für Gleichstellung der Geschlechter 2011 bis 2020

Der Rat der Europäischen Union hat den Europäischen Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter für den Zeitraum 2011 bis 2020 angenommen. Er enthält von Seiten der Mitgliedstaaten eine Verpflichtung von politischer Bedeutung und soll insbesondere dazu beitragen, die Gleichstellung der Geschlechter in der EU-Strategie für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum "Europa 2020" durchzusetzen.

Im Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter werden Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union zur Beseitigung der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede, zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben für Männer und Frauen, zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zur besseren Politikgestaltung durch Gender Mainstreaming eingefordert. Die Perspektive der Geschlechtergleichstellung ist von den Mitgliedstaaten bei der Gestaltung der Nationalen Reformprogramme und von der Europäischen Kommission bei der Erstellung der länderspezifischen Empfehlungen und dem jährlichen Wachstumsbericht zu berücksichtigen.

Weitere Informationen:

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Downloads

(18.08.2017)

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