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Gelbfieber

Das Gelbfieber-Virus ist ein Flavivirus. Übertragen wird das Gelbfieber-Virus durch Stechmücken, vor allem im tropischen Süd- und Mittelamerika sowie in Afrika südlich der Sahara. Bei mehr als 10 Prozent der Erkrankten verursacht das Gelbfieber-Virus ein schweres Krankheitsbild mit Gelbsucht, Blutungen und tödlichem Ausgang.

WHO-Empfehlungen und Vorschriften zur Impfung

Die WHO empfiehlt die Impfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Endemiegebiete, das sind Regionen, wo die Krankheit verbreitet ist, wie Afrika und Südamerika.

In bestimmten Ländern ist für die Einreise die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Für Reisen in die betroffenen Länder wird empfohlen, rechtzeitig eine reisemedizinische Beratung einzuholen.

Aktuelle Situation

Vergrößern des Bildes 'Gelbfieberausbrüche in Brasilien, Stand 16. Jänner 2018 (Quelle: ECDC)'

Gelbfieberausbrüche in Brasilien, Stand 19. März 2018 (Quelle: ECDC)

Erneuter Ausbruch von Gelbfieber in Brasilien

Erst im September 2017 wurde der Gelbfieberausbruch 2016/2017 in Brasilien für beendet erklärt.

Seit Dezember 2017 wird von einem erneuten Ausbruch humaner Gelbfiebererkrankungen berichtet. Von Juli 2017 bis Ende März 2018 erkrankten mehr als 1.000 Menschen an Gelbfieber. Die meisten Erkrankungen wurden aus den Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais und Rio de Janeiro gemeldet. Betroffen sind auch der Bundesstaat Esperito Santo und der Distrikt um die Hauptstadt (Distrito Federal).

Als Schutzmaßnahme haben die Brasilianischen Behörden mit großangelegten Impfkampagnen in den betroffenen Gebieten begonnen.

 

In diesen Gebieten wurde gleichzeitig zu den menschlichen Erkrankungsfällen auch ein Anstieg von Gelbfiebererkrankungen bei Affen beobachtet.

In Brasilien hat im Dezember die Stechmückensaison begonnen, welche bis Juli andauern wird. Aufgrund dieser Umstände wird erwartet, dass das Gelbfieber-Virus in Brasilien weiterhin zirkuliert und sich demgemäß in den kommenden Monaten weiter ausbreiten wird.


Europa: Gelbfieber-Erkrankung nach Brasilien-Reisen

In diesem Jahr haben sich bereits acht Reisende aus Europa in Brasilien mit dem Gelbfieber-Virus angesteckt. Keine der Personen war gegen Gelfieber geimpft.

Empfehlungen für Reisende

Aufgrund der derzeitigen Situation empfiehlt die WHO bei Reisen in betroffene Gelbfiebergebiete Brasiliens oder andere Länder in Südamerika eine Gelbfieber-Schutzimpfung.

  • Informieren Sie sich über die aktuelle Situation der Gelbfieber- Risikogebiete in ganz Südamerika.
  • Bei Reisen in Risikogebiete (auch ev. geplante Ausflüge) Gelbfieberimpfung bis spätestens zehn Tage vor der Reise.
  • Reisende mit Kontraindikationen gegen eine Gelbfieberimpfung (Kinder unter 9 Monaten, Schwangere, stillende Mütter, bei Unverträglichkeit gegen Hühnereiweiß und bei Immunschwäche) bzw. Menschen über 60 Jahre sollten vor der Impfung ärztlichen Rat einholen.
  • Schützen Sie sich vor Stechmücken sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien den gesamten Tag lang unter Berücksichtigung folgender Vorsichtsmaßnahmen:
    • Verwenden Sie Insektenschutzmittel entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett (Sonnenschutz vor Mückenschutz auftragen und entsprechend einwirken lassen).
    • Tragen Sie langärmlige Hemden und lange Hosen, vor allem zu der Tageszeit, in der Stechmücken am aktivsten sind (Imprägnieren Sie Ihre Kleidung mit Permethrin).
    • Schlafen oder ruhen Sie in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen bzw. unter einem Moskitonetz, auch tagsüber.
  • Informieren Sie sich über die Symptome von Gelbfieber.
  • Bei Auftreten von Gelbfiebersymptomen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Es wird darauf hingewiesen, dass weite Teile Brasiliens Gelbfieber-Risikogebiete sind, daher wird jedenfalls eine reisemedizinische Beratung rechtzeitig vor Reiseantritt empfohlen.

Informationen zur aktuellen Situation in Brasilien:

Weitere Informationen zu Gelbfieber

Impfstoff

In Österreich wird die zugelassene Arzneispezialität Stamaril® zur Impfung verwendet.

Impfschema

Einmalige Lebendimpfung, danach lebenslanger Schutz (Beschluss WHO Juli 2016).

Bei einigen Personengruppen könnte eine Wiederholungsimpfung sinnvoll sein, da sie über eine möglicherweise abgeschwächte Immunantwort verfügen: zum Beispiel

  • Kinder, die bei der Erstimpfung unter 2 Jahre alt waren
  • Frauen, die in der Gravidität geimpft wurden
  • HIV-Infizierte 
  • oder Personen, die zeitgleich eine MMR Impfung erhalten haben

Nach Bewertung verfügbarer Daten und laut Beschluss der WHO ist davon auszugehen, dass eine einmalige Gelbfieberimpfung beim Immunkompetenten lebenslang schützt. Diese Bestimmung trat mit 11. Juli 2016 in Kraft, danach sollte im internationalen Reiseverkehr eine einmalige Impfung lebenslang akzeptiert werden.

Die WHO hat die derzeitigen Einreisebestimmungen in einer laufend aktualisierten Liste zusammengefasst. Für Reisende in besonders exotische Destinationen, die in der Gelbfieberzone liegen, ist eine Nachfrage bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung hinsichtlich der Umsetzung des WHO Beschlusses zur verlängerten Gültigkeitsdauer ratsam.

Impfungen nur bei autorisierten Impfstellen

Gelbfieberimpfbescheinigungen werden im internationalen Reiseverkehr nur dann anerkannt, wenn sie durch eine autorisierte Gelbfieber-Impfstelle oder autorisierte MedizinerInnen ausgestellt wurden. Die Berechtigung, Gelbfieber-Impfungen in Österreich durchzuführen und Gelbfieberimpfbescheinigungen nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften auszustellen, muss beim Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beantragt werden. Sollte eine Impfung von einer nicht autorisierten Ärztin oder einem nicht autorisierten Arzt durchgeführt worden sein, so ist auch eine nachträgliche Bestätigung durch die Gesundheitsbehörde nicht möglich.

Liste bundesweit zugelassener Impfstellen für Gelbfieber

(16.04.2018)

Zusatzinformationen: