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Grippe (Saisonale Influenza)

Saisonale Grippe

Unter der saisonalen Grippe versteht man die jährlich in den Wintermonaten auftretenden Grippeerkrankungen. Die "echte" Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Infektion der Atemwege, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird und schwer verlaufen kann. Zum Schutz vor einer Ansteckung sind vor allem hygienische Maßnahmen sowie ein entsprechender Impfschutz wichtig. Diese Empfehlungen gelten insbesondere für Personen, die in Gesundheitsberufen tätig sind (siehe "Impfempfehlungen für das Gesundheitspersonal in Österreich").

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Wodurch unterscheidet sich die "echte" Grippe von einem grippalen Infekt?

Durch Viren hervorgerufene Erkrankungen der Atemwege sind nicht immer auf den ersten Blick sicher voneinander abzugrenzen.

Unterscheidungshilfe "grippaler Infekt" und "saisonale Influenza":

Die vorliegende Tabelle bildet eine Unterscheidungshilfe zwischen einem "grippalen Infekt" und einer "saisonale Influenza".
 

 grippaler Infekt
(Erkältung)

 saisonale Influenza
("echte" Grippe)

Typischer Beginn   schleichend mit Frösteln,
laufender Nase und Halsschmerzen
schlagartig hohes Fieber mit trockenem Husten,
Schnupfen, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
sowie allgemeinem Krankheitsgefühl  
 Fieber häufig nur leicht (<38°C)
oder gar nicht auftretend
 typisch 38–41°C
Erreger meist verschiedene Viren (>200),
darunter z.B. Rhino-, Corona-, Adeno-,
Parainfluenza- und Respiratory-Syncytial-Viren  
verschiedene Influenzaviren
vom Typ A und B  
Auftreten ganzjährig,
gehäuft in der kalten Jahreszeit
saisonal im Winter,
vor allem Dezember bis April
Komplikationen  selten Vor allem bei Vorerkrankungen gehäuft,
tödlicher Ausgang möglich
Impfung möglich nein  ja, jährlich empfohlen

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Saisonale Grippewelle

In dieser Saison wurde der Beginn der Grippewelle in Österreich mit 9. Jänner 2018 bestimmt. Dies wurde durch eine deutliche Zunahme an Influenzavirus-Nachweisen in den klinischen Proben aus dem gesamten Bundesgebiet und in Zusammenschau der epidemiologischen Überwachung von Neuerkrankungen an Grippe/grippalen Infekten (ILI-Überwachung) ermittelt. Wöchentlich aktualisierte Zahlen zur Schätzung der österreichweiten Influenza- und Influenza-ähnlichen Erkrankungen werden auf der Seite der Nationalen Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie der AGES veröffentlicht.

Europäische Influenza-Meldedaten können online auf der gemeinsamen Seite der Weltgesundheitsorganisation WHO und des ECDC abgerufen werden. In der Saison 2016/17 wurde die Dauer der Grippewelle von 20. Dezember 2016 bis 28. Februar 2017 ermittelt. Damit begann das erhöhte Auftreten von Grippeviren früher als in den vorangegangenen Jahren. Aufgrund der Daten des Influenza-Surveillance-Systems konnte dieser Umstand in Österreich rasch festgestellt werden. Auch in anderen europäischen Ländern zeigte sich 2016/17 eine außergewöhnlich früh zunehmende Influenzavirus-Aktivität.

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Wer ist besonders gefährdet?

Ein höheres Risiko für schwere Verläufe einer Grippe haben Seniorinnen und Senioren, Schwangere und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen (z.B. Asthma, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, usw.).

Bei Auftreten von Symptomen ist für Risikopersonen die frühzeitige Einnahme von antiviralen Medikamenten sinnvoll. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht für Gruppen mit hohem Personenkontakt, wie z.B. Personal im Gesundheitsbereich, Lehrer und Lehrerinnen oder Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen.

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Wie stecke ich mich mit Influenzaviren an?

Die Grippe breitet sich von Mensch zu Mensch aus.

  • Bei direktem Kontakt durch Tröpfchen, die von einer infizierten Person über Niesen oder Husten verbreitet werden
  • Bei indirektem Kontakt, wenn sich die Tröpfchen oder Absonderungen von Nase oder Hals auf Händen oder anderen Oberflächen anlagern, die dann von anderen Menschen berührt werden.

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Welche Symptome können auftreten?

  • Fieber
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Trockener Husten
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

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Wie kann ich mich vor Grippe schützen?

Lassen Sie sich impfen:

Die jährliche Influenzaimpfung wird für alle, die sich schützen wollen, empfohlen, ganz besonders aber für die im Österreichischen Impfplan angeführten Personengruppen mit Risikofaktoren.

Die beste Zeit für die Influenzaimpfung beginnt Ende Oktober. Sie kann aber zu jedem späteren Zeitpunkt, auch während bereits Influenza-Fälle auftreten, durchgeführt werden.

Gesamt gesehen sind Geimpfte gegenüber den Nicht-Geimpften jedenfalls im Vorteil: Sollten Geimpfte trotz Impfung erkranken

  • verläuft die Erkrankung zumeist milder und kürzer,
  • erleiden sie deutlich weniger Influenza-bedingte Komplikationen,
  • und benötigen seltener einen Krankenhausaufenthalt.

Beachten Sie die Hygieneregeln:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife.
  • Halten Sie sich beim Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase. Entsorgen Sie das Papiertaschentuch nach Gebrauch.
  • Wenn Sie kein Taschentuch zur Verfügung haben, husten Sie in die Armbeuge.
  • Wenn Sie krank sind, bleiben Sie zu Hause und suchen Sie nötigenfalls eine Ärztin oder einen Arzt auf.
  • Vermeiden von Berührungen der Augen, der Nase oder des Mundes.
  • Vermeiden von Händeschütteln, Anhusten, Anniesen.

Für die spezifische Behandlung der Influenza stehen Medikamente zur Verfügung (Neuraminidasehemmer), die besonders wirksam sind wenn sie möglichst früh nach Erkrankungsbeginn genommen werden.

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Warum soll ich mich jedes Jahr Grippe impfen lassen?

Die zirkulierenden Influenzaviren verändern sich sehr häufig, weshalb Influenza-Impfstoffe in ihrer Zusammensetzung (Influenzavirus-Impfstämme) gegebenenfalls jährlich aktualisiert werden müssen. Daher ist eine jährliche Impfung sinnvoll. (13.11.2017)

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