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Masernkampagne

Masern

Aktuelle Situation in Österreich

Aktuell wird in Österreich eine Ausweitung des Maserngeschehens beobachtet. Laut nationalem Meldesystem wurden im Jahr 2017 in sieben Bundesländern insgesamt 95 Masernfälle (Stand 5.1.2018) gezählt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2016.

Es wird daher allen nicht-geimpften Personen dringend geraten, den Empfehlungen des österreichischen Impfplans nachzukommen und sich frühestmöglich gegen Masern-Mumps-Röteln impfen zu lassen. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich. 

Masern in Österreich 2018
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Masernfälle 2018 nach Alter und Geschlecht
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Um eine weitere Ausweitung des Masern-Virus möglichst hintanzuhalten, haben ExpertInnen des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF), der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der Landessanitätsdirektionen notwendige Sofortmaßnahmen vereinbart.

Unter anderem werden entsprechende behördliche Kontroll- und Präventionsmaßnahmen gemäß der Standardverfahrensanleitung des Ministeriums umgesetzt. Auch die ÄrztInnenschaft wird über die aktuellen Entwicklungen informiert und auf besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich Masern hingewiesen.

Aktuelle Situtation Europaweit

Aufgrund vermehrter Masernausbrüche europaweit wird seitens des ECDC allen EU / EWR-BürgerInnen, die in Länder oder Regionen mit bekannten Ausbrüchen reisen empfohlen, vor der Reise die Immunität zu prüfen (zwei MMR-Impfungen oder nachweislich durchgemachte Erkrankung) und sich ggf. impfen zu lassen.

Impfung ist die einzig wirksame vorbeugende Maßnahme gegen Ansteckung bei Kontakt mit Masernerkrankten. Alle EU / EWR-Länder haben einheitliche Richtlinien zur Masernimpfung mit zwei Dosen eines MMR-Impfstoffs. Viele der Mitgliedstaaten haben auch Programme für erwachsene Personen, die routinemäßige Impfungen nicht bekommen haben oder bei denen der Impfstatus nicht bekannt ist.

Aktuelle Ausbrüche im EU/EWR - Raum

Zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2017 haben die EU / EWR-Mitgliedstaaten 14.600 Masernfälle über das Europäische Überwachungssytem (TESSy) registriert. Die meisten Meldungen zu Masernfällen kamen aus Rumänien (5 608), Italien (5 098), Griechenland (967), Deutschland (929) und Frankreich (518). Davon waren 37 Todesfälle, 26 in Rumänien, vier in Italien, zwei in Griechenland und jeweils ein Fall in Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Portugal und Spanien.

Seit Anfang 2018 werden im EU-Raum weiterhin große Masernausbrüche aus Griechenland (1131), Rumänien (757), Frankreich (429), Italien (168) und Portugal (145) gemeldet. Kleinere Ausbrüche gibt es ebenfalls in Belgien (5), der Tschechischen Republik (23), Deutschland (33), Irland (44), Lettland (9), Norwegen (4), Polen (17) und Schweden (28). (Stand: 23.3.2018)

Masernsituation in Europa 2017


Informationen und aktuelle Statistiken zu Masernausbrüchen in der EU/EWR sind unter https://ecdc.europa.eu/en/measles zu finden.

Der gesamte Bericht (in englischer Sprache) kann unter https://ecdc.europa.eu/en/publications-data/communicable-disease-threats-report-18-24-march-2018-week-12 eingesehen werden.

Aktuelle Ausbrüche in der Balkanregion

Mit Stand 12. März 2018 war die Zahl der gemeldeten Masernfälle in Serbien und im Kosovo 3.442, davon 1.778 laborbestätigt. Die Mehrzahl der Fälle betrifft Personen im Alter unter fünf und über 30 Jahren und wurde aus Belgrad gemeldet. Etwa 19 von 20 Fällen waren ungeimpft oder hatten einen unbekannten Impfstatus. Jeder dritte Fall musste aufgrund von Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden. In diesem Ausbruch gab es bisher 9 Todesfälle, darunter vier Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren.

Auch aus Albanien, der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und Bosnien und Herzegowina werden Masernfälle gemeldet. (Stand: 23.3.2018)

Masern: Keine harmlose Kinderkrankheit

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hoch ansteckend und können sowohl für Säuglinge, Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben.

Die meldepflichtige Viruserkrankung Masern ist weltweit verbreitet und wird durch Tröpfcheninfektion, also Tröpfchen, die sich beim Sprechen, Niesen und Husten bilden, übertragen. Es handelt sich um eine der infektiösesten Viruserkrankungen, die man kennt. Die Inkubationszeit beträgt normalerweise 8 bis 10 Tage. Diese Zeit zwischen Kontakt mit der Erkrankung und dem Ausbruch der Erkrankung führt zum katarrhalischen Stadium mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen und geröteten Augen. Nach etwa 14 Tagen beginnt der Hautausschlag, das Masernexanthem: bräunlich-rosafarbene Flecken, die ineinander fließen. Bis zum Beginn des Fiebers können 18 Tage vergehen.

5 Tage vor bis 4 Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags ist die Erkrankung sehr ansteckend. Der Ausschlag beginnt typischerweise im Gesicht und hinter den Ohren und hält 4-7 Tage an. Am 5. bis 7. Krankheitstag sinkt die Temperatur, der Ausschlag heilt unter Bildung kleieartiger Schuppen ab.

Besonders gefürchtet ist die in 0,1 % der Fälle auftretende Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, die 4-7 Tage nach Beginn des Hautausschlags auftreten kann und oft tödlich endet. Zudem verursachen die Masern durch Schwächung des Immunsystems ein mehrere Jahre (2-3 Jahre) anhaltendes erhöhtes Risiko, an anderen Infektionskrankheiten nicht nur zu erkranken, sondern sogar zu sterben.

Vorsichtsmaßnahmen bei Masernverdacht

Bei Verdacht auf Masern, oder Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen, die auf Masern hinweisen, UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

Impflücken

Impflücken in Österreich gibt es vor allem bei den Geburtsjahrgängen 2008 bis 2010 und bei Erwachsenen, geboren in den 1990er Jahren. Zusätzlich ist aktuell ein Drittel der 15-30-Jährigen noch kein zweites Mal geimpft, das sind mehr als eine halbe Million Personen.

Die Immunität gegen Masern in der Gesamtbevölkerung ist zwar weitgehend hoch. Bei älteren Erwachsenen aufgrund einer Erkrankung im Kindesalter, bei Kindern durch Impfungen.
Die Anzahl der geimpften Personen in Österreich reicht aber nach wie vor nicht aus, um Masern in Österreich auszurotten. Das ergab der Masernbericht 2016. Um die Masern auszurotten, sind Durchimpfungsraten von 95% mit 2 Dosen nötig.

WHO-Ziel: Masern weltweit ausrotten

Das Ziel der WHO ist, die Masern weltweit ausrotten. Die Impfung jeder einzelnen Person trägt dazu bei, eine Herdenimmunität aufzubauen und damit besonders gefährdete Gruppen zu schützen, wie Säuglinge, ungeimpfte Schwangere und Personen, die nicht geimpft werden können z.B. Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche.

Die Impfung schützt jeden einzelnen vor einer Erkrankung, die in einem Viertel der Fälle mit Komplikationen (Mittelohrentzündung, Durchfall, Lungenentzündung, Gehirnentzündung) einhergeht und tödlich enden kann.

Österreich im europäischen Vergleich Schlusslicht

Europaweit (EU/EEA-Länder) lag Österreich im Jahr 2015 mit 35,3 gemeldeten Fällen von Masern pro 1 Million Personen an zweiter Stelle nach Kroatien (Kroatien 51,6 Fälle pro 1 Million EinwohnerInnen). An dritter Stelle lag Deutschland mit 30,5 Fällen pro 1 Million Personen, wobei es in Deutschland 2015 zu einem Todesfall bei einem Kleinkind im zweiten Lebensjahr kam. Europaweit traten sechs Fälle der gefürchteten, akuten Masernencephalitis (Gehirnentzündung) auf.

Impfempfehlung

Der Österreichische Impfplan empfiehlt zwei Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) ehestmöglich ab dem vollendeten 9. Lebensmonat (unbedingt vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen). Sind zwei Impfungen verabreicht, besteht lebenslange Immunität.

Impfung nachholen

Ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Kinder und Erwachsenen wird empfohlen fehlende Impfungen ehestmöglich nachzuholen, dies gilt auch für Personen ohne Impfdokumentation.

Auch ein Impfen bei bestehender Immunität oder bereits geimpften Personen ist kein Problem, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt und die Impfviren an ihrer Vermehrung gehindert werden. Eine Überimpfung ist nicht möglich.

Kostenfreie Impfung in jedem Alter

Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, den Sozialversicherungsträgern und den Ländern getragen. Informationen zur kostenlosen Masernimpfung: keinemasern.at.

Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem 10. Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildinfektion: Informationen zu Nebenwirkungen.

Bericht

Zum Thema


(22.06.2018)