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Aktionsplan Frauengesundheit

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen. Ihre Gesundheitsrisiken, ihr Gesundheitsverhalten und ihre Krankheitsverläufe unterscheiden sich signifikant von jenen der Männer. Frauen leben zwar länger, verbringen aber weniger Lebensjahre in guter Gesundheit. Gesundheitliche Chancengerechtigkeit ist für alle Menschen ein Thema, aber Frauen sind von sozioökonomischen Gesundheitsdeterminanten, insbesondere Armut, deutlich stärker betroffen als Männer.

Mit dem "Aktionsplan Frauengesundheit" soll ein wichtiger Schritt gesetzt werden, um die Gesundheit von Frauen in Österreich zu verbessern und ihre Chancengleichheit zu fördern. Der Aktionsplan wurde beim FrauenGesundheitsDialogs am 22.5.2017 präsentiert.

Gesundheitsbezogene Chancengerechtigkeit

Selbstbestimmung von Frauen in allen gesundheitlichen Belangen, genderspezifische Aspekte der Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung sind wichtige Anliegen einer sozialen Gesellschaft. Frauen und Männer haben verschiedene Gesundheitsrisiken, unterschiedliche Lebensstile, zeigen bei manchen Krankheiten unterschiedliche Symptome und reagieren auf die gleichen medizinischen Behandlungen nicht immer gleich. Gleichzeitig sind Frauen immer häufiger von Erkrankungen betroffen, die bislang als typische Männererkrankungen galten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt.

"Frauen sollen selbstbestimmt und gesund leben können. Dazu tragen viele Aspekte bei: Rollenerwartungen, Arbeitsbedingungen und Einkommenschancen ebenso wie ein gewaltfreies Leben. Zur Verbesserung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit für Frauen ist der Aktionsplan Frauengesundheit ein wichtiger Meilenstein", betont Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner.

Zur Realisierung gesundheitsbezogener Chancengleichheit müssen Genderaspekte in der Gesundheitsforschung und Planung sowie in Gesundheitsförderung, Krankenversorgung und Rehabilitation mitberücksichtigt werden. Neben Gender beeinflussen auch andere soziale Kategorien wie Alter, Ethnizität, Nation, sozioökonomischer Status, sexuelle Orientierung und Behinderung die Gesundheit. Beispielsweise werden Frauen mit Behinderung oftmals sowohl als Frau als auch in ihren Erwerbs-und Einkommenschancen benachteiligt, sind öfter von Gewalt und Armut betroffen und werden im Gesundheitswesen mit ihren vielschichtigen Problemkonstellationen nur unzureichend wahrgenommen.

Der Aktionsplan ist entlang der verschiedenen Lebensphasen von Frauen strukturiert: der Jugend, dem Berufsalter, der späteren Lebensphase. Um eine differenzierte Perspektive auf die unterschiedlichen gesundheitsbezogenen Bedürfnisse und Probleme von Frauen zu bekommen, wurden Vertreterinnen relevanter Stakeholder in die Erarbeitung des Aktionsplans eingebunden. (22.5.2017)

 

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