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Gewalt gegen Frauen: Neues Ausbildungsprojekt für Gesundheitspersonal

"Einer der Gründe, warum Frauen so lange in Gewaltbeziehungen bleiben, ist, weil sie oft nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen", sagt Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner bei der Präsentation des neuen Gewaltschutz-Projekts des Gesundheits-und Frauenministeriums "Häusliche und sexualisierte Gewalt als Thema im Gesundheitswesen".

"Spitäler und Arztpraxen sind oft die erste Anlaufstelle für Frauen, die Gewalt erleben. Ärzte und Ärztinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen kommen häufig in Kontakt mit Frauen, die blaue Flecken oder gebrochene Rippen aufweisen – aber nicht immer wird erkannt, dass die betroffene Frau ein Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist. Und selbst, wenn das erkannt wird, ist das Gesundheitspersonal oft mit der Frage überfordert, was der betroffenen Frau geraten werden soll", so die Gesundheits- und Frauenministerin .

"Das Ziel des Projekts ist es, den Umgang mit gewaltbetroffenen Frauen in die Ausbildung von Gesundheitspersonal zu verankern", erklärt Rendi-Wagner. Es gehe um die Gewalterkennung, professionelle Hilfestellungen und den Umgang mit Aggression und Gewalt im Arbeitsbereich, so die Gesundheits- und Frauenministerin.

Sensibilisierung für das Thema "Gewaltschutz"

Das Projekt "Häusliche und sexualisierte Gewalt als Thema im Gesundheitswesen" setzt genau hier an. Im Auftrag des Gesundheits- und Frauenministeriums wurden spezielle Lehrinhalte für Universitäten und Fachhochschulen entwickelt, um das Gesundheitspersonal schon während der Ausbildung für das Thema "Gewaltschutz" zu sensibilisieren. "Mit praxisnahen Unterrichtsmethoden wollen wir das Gesundheitspersonal für diese Herausforderung rüsten", beschreibt Expertin Anneliese Erdemgil-Brandstätter das Projekt. 

Die entwickelten Lehrinhalte beinhalten das Erkennen von Gewalt und das Verstehen von Gewalt als traumatisches Erleben aber auch das Verhalten bei Erstkontakt mit Gewaltbetroffenen und der Umgang mit GefährderInnen und TäterInnen. (19.9.2017)

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