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Rendi-Wagner für EU-weite Herkunfts-Kennzeichnung bei verarbeiteten Eiern

Das Gesundheitsministerium hat bereits Anfang August im Fipronil-Skandal die zuständigen Landesbehörden mit intensiven Nachforschungen beauftragt. Diese überprüfen ob sich auch in verarbeiteten Ei-Produkten in Österreich Spuren des Insektizids nachweisen lassen. Zuvor wurden aus mehreren europäischen Ländern (unter anderem in Belgien, Deutschland und den Niederlanden) Fipronil-Belastungen von Eiern und Ei-Produkten gemeldet.

Fibronylbelastete Eierprodukte werden umgehend vom Markt genommen

Bei einigen Proben ist der Nachweis von Fipronil auch in Österreich bestätigt worden. Aktuelle Probenergebnisse werden auf der Webseite der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlicht.

Bei den Produkten handelt es sich um Eiprodukte für den Gastronomiegroßhandel mit entsprechenden Herkünfte aus Deutschland, Niederlande und Belgien und Polen. Der höchst gemessene Wert liegt bei 0,1 mg/kg, also um mehr als das 10fache niedriger als der höchste Wert, der bisher in Belgien gemessen wurde und mit dem die bisherige Einschätzungen der Gesundheitsgefährdung durchgeführt wurden. Es besteht keine Gesundheitsgefährdung. Alle mit Fibronylbelasteten Eierprodukte werden umgehend vom Markt genommen.

Umgehend Untersuchung bei Verdacht

Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) werden Ergebnisse von Behördenkontrollen in EU-Ländern und Vertriebslisten möglichst rasch den Lebensmittelbehörden anderer EU-Länder zugänglich gemacht. Es kann derzeit jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass belastete Eier über Eiprodukte (wie Flüssig-Ei, Trocken-Ei, gekochte Eier) nach Österreich gelangt sind. Die zuständigen Landesbehörden in Österreich führen derzeit Nachforschungen durch. Sobald ein Verdacht besteht, dass die Herkunft der Eier nicht geklärt ist, werden in betroffenen Betrieben Proben gezogen und an die AGES zur Untersuchung übermittelt.

Aktuell werden alle Eier die zur Untersuchung in die AGES gelangen, auf Fipronil untersucht. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Betriebe vorsorglich importierte Eier und Eiprodukte vom Markt nehmen. "Wir wollen sichergehen, dass keine Lebensmittel mit diesem Insektizid in Österreich in den Handel kommen und Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger haben", so Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner.

Fipronil bei Geflügel ist in Österreich streng verboten

Fipronil wird in der Veterinärmedizin bei Hunden und Katzen als Mittel gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben angewendet. Der Einsatz bei lebensmittelliefernden Tieren (Nutztieren), sowie bei Geflügel ist jedoch in Österreich streng verboten. Auch als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft (z.B. bei Kartoffeln) ist das Mittel in Österreich nicht zugelassen.

Mehr Transparenz durch Herkunftsbezeichnungen

Rendi-Wagner spricht sich für eine bessere Kennzeichnung der Herkunft von Eiern aus. "Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass es hier auch auf EU-Ebene weitere Verbesserungen braucht", so die Ministerin. Während eine Rückverfolgbarkeit bei Eiern in der Schale möglich ist, ist bei eihaltigen verarbeiteten Produkten, die nach Österreich gebracht werden, nicht nachvollziehbar, aus welchem Land die darin verarbeiteten Eier stammen.

"Eine EU-weite Kennzeichnung der Herkunft von Eiern in verarbeiteten Produkten würde auch den Behörden helfen, schneller auf Missstände reagieren zu können und die Nachverfolgbarkeit erleichtern. Abgesehen davon würde dadurch die Transparenz für unsere Konsumentinnen und Konsumenten erhöht werden", erklärt Gesundheitsministerin Rendi-Wagner.

EU Krisensitzung

Die österreichischen Behörden stehen über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) in engem Kontakt mit den Kontrollbehörden der anderen EU-Länder. Dieses Vorgehen erfolgt in  intensiver Zusammenarbeit mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV).

Am 5.9.2017 stand der Fipronil-Skandal auf der Tagesordnung bei einem EU-Ministertreffen. Der Informationsaustausch zwischen den Systemen müsse verbessert werden, räumte der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis in Tallin ein. Die Verbesserung des Informationsaustausch zwischen den Kontrollsystemen wird bei einem weiteren Treffen am 26. September besprochen. (5.9.2017)

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