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Starke Frauenstimmen ausgezeichnet

Lebenswerk-Preis geht an Elfriede Hammerl, Käthe Leichter-Staatspreis an Helene Maimann

Bei der Käthe-Leichter-Preisverleihung 2017 im Bundesministerium für Bildung wurden am Dienstagabend sieben Frauen für ihre Arbeit ausgezeichnet. Mit den Preisen werden die Leistungen in den Bereichen Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung gewürdigt. Mit dem Lebenswerkpreis wurde dieses Jahr die Kolumnistin Elfriede Hammerl geehrt. Der Käthe Leichter-Staatspreis ging an die Historikerin Helene Maimann. Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner überreichte die Ehrenpreise. Weitere fünf Käthe Leichter-Preise wurden gestiftet vom Bildungsministerin, Sozialministerium, Wissenschaftsministerium, der Arbeiterkammer und der Österreichischen Nationalbank.

Lebenswerkpreis für Elfriede Hammerl

Mit dem Lebenswerkpreis wurde Elfriede Hammerl geehrt, die Laudatio hielt Stadträtin Sandra Frauenberger.
 Elfriede Hammerl ist langjährige Kolumnistin für Kurier, Stern, Profil, Vogue oder Cosmopolitan. Sie schreibt bereits seit den 1970er Jahren als starke Frauenstimme feministische Kolumnen und kämpft pointiert, wortgewandt und unermüdlich gegen Rollenklischees und die Benachteiligung der Frauen in Gesellschaft und Berufsleben an.
 
Der Lebenswerkpreis wurde heuer zum achten Mal vergeben. Der Preis wurde 2010 durch die damalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ins Leben gerufen und würdigt herausragende Lebenswerke von Personen, die sich für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen und in ihrem Wirkungsbereich Bedeutendes geleistet haben.
 

Staatspreis für Helene Maimann

Der mit 5.000 Euro dotierte Käthe Leichter-Staatspreis für Frauen-, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt wurde von Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner an Helene Maimann verliehen. Die Historikerin Helene Maimann hat als Wissenschaftlerin und Dokumentationsfilmerin zur Sichtbarmachung großer Frauenpersönlichkeiten – wie auch Käthe Leichters – beigetragen. Sie entwickelte in Österreich das Berufsfeld der Applied History, der Angewandten Geschichte, für alle Medien.
 

Käthe-Leichter-Preisträgerinnen 2017

Die Auswahl der Preisträgerinnen erfolgte durch eine unabhängige Jury. Die Käthe Leichter-Preise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert.

  • Heidi Niederkofler, Historikerin (Preisträgerin des Bildungsministeriums)
  • Käthe Knittler, Ökonomin (Preisträgerin des BMWFW)
  • Tamara Geisberger (Preisträgerin des BMASK)
  • Elisabeth Greif (Preisträgerin der ÖNB)
  • Nikita Dhawan (Preisträgerin der AK).
 

Preise in der Tradition Käthe Leichter

Mit der Preisverleihung werden Leistungen von Frauen gewürdigt, die in der Tradition  Käthe Leichters für ein Ende der Diskriminierungen von Frauen im Berufsleben, in der Wirtschaftswelt oder in der historischen Analyse einstehen.
Seit 1991 wurden bereits über 100 Preisträgerinnen mit den Käthe Leichter-Preisen, die Frauenministerin Johanna Dohnal ins Leben gerufen hat, ausgezeichnet.
 

Käthe Leichters Studien zur Frauenarbeit in Österreich

Die Sozioökonomin Käthe Leichter baute in der Arbeiterkammer 1925 das Referat für Frauenarbeit auf und erstellte umfassende Studien über die Frauenarbeit in Österreich. Die Ergebnisse wurden in verschiedenen Werken,  wie etwa "Frauenarbeit und Arbeiterinnenschutz in Österreich" oder "So leben wir" veröffentlicht. Sie gelten bis heute als Standardwerke der Frauenbeschäftigung in der Zwischenkriegszeit.
 
Während des 2. Weltkriegs deportierten die Nationalsozialisten Leichter in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, wo sie 1942 mit weiteren 1.500 Frauen ermordet wurde. Ihre Ermordung liegt heuer 75 Jahre zurück.
 
(10.10.2017)

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