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Tuberkulosebericht für das Jahr 2016

Tuberkulose (TBC) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die auch in Österreich nach wie vor von Bedeutung ist. Zu ihrer Überwachung und Kontrolle ist eine genaue Kenntnis der epidemiologischen Situation wichtig. Primär von Interesse ist hier, wie sich die TBC-Inzidenz (Häufigkeit) zeitlich entwickelt und welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind.

Die Nationale Referenzzentrale für Tuberkulose, die bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) angesiedelt ist, erstellt jährlich einen Bericht zur TBC in Österreich. Der vorliegende Bericht für das Jahr 2016 gibt einen Überblick über die aktuelle Situation und stellt die für 2016 ermittelten Daten in Relation zu jenen der Vorjahre. Die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst:

Im Jahr 2016 wurden in der österreichischen Bevölkerung insgesamt 634 TBC-Neuerkrankungen registriert, was einer Inzidenz von 7,2 Fällen pro 100.000 EinwohnerInnen entspricht. Der Wert lag damit zwar etwas höher als in den Jahren 2014 und 2015 (6,8 bzw. 6,7), jedoch ist dieser Anstieg statistisch nicht signifikant.

Eine Analyse der Daten nach dem Geburtsland zeigt, dass sich der sinkende Trend der TBC-Inzidenz in der Nativbevölkerung Österreichs weiter fortsetzt (jährliche Abnahme von fünf Fällen pro einer Million EinwohnerInnen seit 2008). Mit 203 TBC-Fällen in dieser Bevölkerungsgruppe wurden im Jahr 2016 mehr als 2015 (181 Fälle) und in etwa gleich viele wie 2014 (208 Fälle) registriert.Die Änderungen in den Inzidenzen pro 100.000 EinwohnerInnen für diese drei Jahre (2,9; 2,5; 2,9) sind jedoch statistisch nicht signifikant.

Für die Nicht-Nativbevölkerung sind im Tuberkulosebericht die TBCFälle und die Inzidenzen nach verschiedenen Geburtsregionen aufgeschlüsselt. In diesen Bevölkerungsgruppen zeigen sich sowohl Zunahmen als auch Abnahmen in den Inzidenzen, die aber größtenteils statistisch nicht signifikant sind.

Bei Personen mit Status Asylwerber kam es von 2014 bis 2016 zu einem Anstieg der TBC-Fälle (120, 166, 237). Neben den höheren Asylantragszahlen in den Jahren 2015 und 2016 dürfte hier auch eine Rolle spielen, dass vor allem im Jahr 2016 die AsylwerberInnen vermehrt aus Ländern mit hohen TBC-Inzidenzen stammen. Die bislang für das Jahr 2017 vorliegenden Daten zeigen, dass dieser Trend vor allem wegen der sinkenden Asylantragszahlen wieder rückläufig ist.

Neben den hier angeführten Daten enthält der Tuberkulosebericht 2016 noch viele weitere Informationen, wie die Aufschlüsselung nach Alter und Geschlecht, Daten zu Resistenzen und zum Behandlungsausgang.

Zur Aufrechterhaltung einer effektiven Tuberkulose-Kontrolle werden in Österreich insbesondere gezielte Reihenuntersuchungen an Risikogruppen nach dem Tuberkulosegesetz und Untersuchungen auf Tuberkulose im Rahmen der Erstaufnahme von AsylwerberInnen durchgeführt. Überdies besteht eine gesetzliche Pflicht zur Meldung von TBC-Erkrankungen, die dann Umgebungsuntersuchungen im Umfeld der infektiösen Personen und eine Therapie der Erkrankten zur Folge haben. Diesen Weg der Tuberkulose-Kontrolle gilt es auch künftig konsequent zu verfolgen.

(9.11.2017)

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