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Übergewicht & Adipositas: Zusammenarbeit aller AkteurInnen der Lebensmittelkette gefragt

Die Zahl übergewichtiger bzw. adipöser Menschen in Europa ist alarmierend, Tendenz steigend. Die Folgen der stetigen Gewichtszunahme sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Gelenksprobleme oder Depressionen. Die Folgeerkrankungen bedeuten nicht nur eine massive Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen, sie wirken sich auch auf viele andere Lebensbereiche aus.

Um das Ernährungsverhalten der Bevölkerung nachhaltig ändern zu können – weg von verarbeiteten Nahrungsmitteln mit zu viel Salz, Fett und Zucker hin zu mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukten – braucht es die Zusammenarbeit aller AkteurInnen entlang der Lebensmittelkette und der dafür verantwortlichen Politikbereiche mit den Sektoren Gesundheit, Soziales, Wirtschaft, Landwirtschaft und Bildung. Die gesunde Wahl sollte für alle Menschen in Europa die einfachere sein.

Diskussionsrunde beim EHFG

Zum heurigen Europäischen Gesundheitsforum Gastein (EHFG) hat das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen am 4. Oktober Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik eingeladen. Sie werden zur Diskussionsrunde unter dem Titel "Transforming food systems – adding value for better health in Europe" gemeinsam folgende Fragen diskutieren:

  • Welche Anreize die Lebensmittelindustrie braucht, um leistbare und gesündere Lebensmittel herzustellen? 
  • An welchem Punkt in der Lebensmittelkette muss dafür angesetzt werden? 
  • Wie kann der Wettbewerb für die Produktion gesünderer Lebensmittel angefacht werden? 
  • Und wie kann die Zusammenarbeit aller Politikbereiche gemäß dem Ansatz "Health in all Policies" verbessert und gestärkt werden?

Wie eine gesündere Ernährung für alle erreicht werden kann, so dass alle AkteurInnen entlang der Lebensmittelkette davon profitieren, wird auch Thema der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018 sein. Die Diskussion beim Europäischen Gesundheitsforum Gastein bildet den Auftakt dafür.

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European Health Award für Projekt Gen-Equip

Der European Health Award geht heuer an Gen-Equip. Das Projekt bietet kostenlose Online-Schulungsmaßnahmen in Genetik im Bereich der medizinischen Primärversorgung an. Damit soll die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit genetisch bedingten Erkrankungen verbessert werden.

"Eine verstärkte Positionierung der Primärversorgung für eine umfassende Versorgung der Patientinnen und Patienten bei einer gleichzeitigen Entlastung der Spitalsambulanzen ist ein wesentliches Element der laufenden Gesundheitsreformen in Österreich und anderen EU-Ländern", erklärt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. "Die Verbesserung und Ausweitung der medizinischen Kompetenz von Primärversorgungseinrichtungen, wie sie durch das prämierte Projekt Gen-Equip unterstützt wird, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."

Der vom EHFG mit 10.000 Euro dotierte Award zeichnet Initiativen aus, die die öffentliche Gesundheit oder Gesundheitsversorgung verbessern. "Mit dem European Health Award unterstützen wir nachhaltige und innovative Projekte, die aktiv zu effektiver multilateraler Kooperation im Gesundheitsbereich beitragen", so EHFG-Präsident Clemens Martin Auer. Der Award wird vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen sowie dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) gefördert.

(4.10.2017)

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