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Welttuberkulosetag am 24.03.2018

Tuberkulose ist trotz wesentlicher medizinischer Fortschritte mit 1,7 Millionen Todesfällen pro Jahr eine der zehn häufigsten Todesursachen weltweit. Dies bedeutet, dass jeden Tag 4500 Menschen an dieser Erkrankung sterben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Jahr 2016 etwa 10,4 Millionen Menschen an Tuberkulose erkrankten. Aus diesem Grund steht die Bekämpfung der Tuberkulose derzeit hoch oben auf der internationalen politischen Agenda. So werden sich etwa im September 2018 die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in New York erstmals mit Tuberkulose befassen.

In Österreich wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz von der Nationalen Referenzzentrale für Tuberkulose, angesiedelt bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), im Vorjahr bisher 569 Tuberkulosefälle erfasst. Das sind 65 Fälle weniger als im Vergleichszeitraum 2016. Im vergangenen Jahr ist die Zahl multiresistenter Tuberkulose-Fälle mit 15 Fällen und die Zahl extensiv resistenter Tuberkulosefällen mit 3 Fällen im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich geblieben. In Österreich hat sich die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen insgesamt in den letzten Jahrzehnten immer weiter verringert. Neben einer Verbesserung des sozioökonomischen Status und der medizinischen Versorgung der Bevölkerung ist das vor allem einer konsequenten Politik der Tuberkulosebekämpfung zu verdanken. In Österreich stehen qualifizierte Labors für eine rasche Diagnosestellung zur Verfügung und gut ausgebildete Lungenfachärztinnen und –ärzte tragen zu einer raschen und zielführenden Einleitung der Tuberkulosetherapie bei. Die Abklärung von Übertragungswegen und Resistenzen erfolgt durch das AGES Tuberkulosereferenzlabor. Zusammen mit den öffentlichen Gesundheitsorganen, die die Durchführung von Umgebungsuntersuchungen und Untersuchungen von Risikogruppen überwachen, haben diese Gesundheitseinrichtungen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung bzw. der Kontrolle von Tuberkulose in Österreich gespielt. Personen aus sozial benachteiligten Gruppen der Gesellschaft, aus Ländern mit höherer Tuberkuloserate oder jene mit einer dauerhaften Schwächung des Immunsystems unterliegen jedoch weiterhin einem höheren Tuberkulose-Erkrankungsrisiko.

Tuberkulose ist eine durch Mykobakterien verursachte Infektionskrankheit. Diese Bakterien werden zumeist von einer Person mit ansteckender Lungentuberkulose über kleine Tröpfchen (Aerosole) etwa beim Husten oder Niesen übertragen. Für eine Übertragung ist in der Regel ein enger, mehrstündiger Kontakt in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen notwendig. Kurze Kontakte, vor allem im Freien, stellen kein relevantes Risiko dar. Mit einer Antibiotika-Therapie ist Tuberkulose in der Regel gut behandel- und heilbar.

Der Welttuberkulosetag erinnert daran, dass Robert Koch am 24.03.1882 die Entdeckung des Tuberkuloseerregers (Mycobacterium tuberculosis) verkündete und Tuberkulose dadurch zu einer diagnostizierbaren, behandel- und heilbaren Erkrankung wurde.

Weiterführende Links:

www.bmgf.gv.at/home/Tuberkulose

www.ages.at/themen/krankheitserreger/tuberkulose/

https://ecdc.europa.eu/en/news-events/world-tuberculosis-day-2018

www.who.int/tb/en/

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