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West Nil Fieber

Erreger und Übertragung

Das West Nil Virus gilt als Erreger von West Nil Fieber. Das Virus wird durch Stechmücken (Gelsen) übertragen.

Das natürliche Reservoir des West Nil Virus sind über 300 Vogelarten. Bei Vögeln erfolgt die Übertragung des West Nil Virus meist durch Mückenarten, die nur Vögel befallen. Menschen und andere Säugetiere, vor allem Pferde, gelten als Fehlwirte. Sie können zwar erkranken, aber die Krankheit schwer weiterverbreiten. Die Übertragung auf den Menschen oder auf Pferde erfolgt durch Stechmücken.

Nicht übertragen wird das Virus durch zwischenmenschliche Kontakte wie Berührungen oder Küssen. Eine Übertragung durch Muttermilch, Blutprodukte und Spenderorgane ist möglich, aber sehr selten.

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Krankheitsbild

Als West Nil Fieber wird die vom West Nil Virus hervorgerufene Krankheit bezeichnet. Nur 20 Prozent der West Nil Virus-Infektionen verlaufen mit Krankheitszeichen. Die Symptome zeigen sich meist binnen 3 und 14 Tagen nach dem Stich einer infizierten Mücke.

Die Krankheit äußert sich meist unter dem Bild eines grippalen Infektes. Oft bis zu drei Wochen lange unspezifische Symptome mit Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellung. Weniger als 1 Prozent der West Nil Virus-Infektionen verlaufen mit Hirnhautentzündung, Hirnentzündung oder Lähmungen. Diese schweren Verläufe können auch zu bleibenden Schäden und zum Tod führen. Höheres Alter und das Bestehen einer Immunsuppression sind wesentliche Risikofaktoren für Verläufe unter Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS).

Krankheits-und Todesfälle an West Nil Fieber sind in Österreich meldepflichtig.

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Verbreitung und Häufigkeit

Das West Nil Virus wurde 1999 in die USA eingeschleppt. Davor kam das Virus nur in Teilen Südeuropas, Afrikas und Asiens vor. Heute findet es sich auch zunehmend in Mitteleuropa.

Vordringen von „fremden“ Stechmückenarten in den Norden wird der Klimawandel diskutiert. Doch auch unsere „einheimischen“ Stechmücken-Arten tragen zur Verbreitung des West Nil Virus bei.

Das Risiko, sich in Österreich anzustecken und an West Nil Fieber zu erkranken, ist gering. Seit 2015 werden jährlich 5 bis 7 West Nil Fieber-Erkrankungen gemeldet. Obwohl es derzeit keinerlei Hinweise für ein gehäuftes Auftreten des West Nil Virus in Österreich gibt, sollte bei ZNS-Symptomatik während der warmen Jahreszeit auch an die Möglichkeit dieser Virusinfektion gedacht werden.

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Vorbeugung

Es gibt weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie gegen das West-Nil-Fieber. Zur Vorbeugung empfiehlt sich der Schutz vor Mückenstichen, unter Berücksichtigung folgender Empfehlungen:

  • Im Freien Insektenschutzmittel auftragen: Schweiß und Kohlendioxid (der Atemluft) ziehen Stechmücken an.
  • Bei Stechmückenplage langärmelige Bekleidung tragen. Das gilt besonders in der Dämmerung, da viele Mückenarten in dieser Zeit aktiv sind.
  • Fenster und Türen mit Mückennetzen abdichten. Wenn viele Stechmücken unterwegs sind, helfen zusätzliche Moskitonetze über dem Bett. Lassen Sie die Schlafzimmerfenster notfalls nachts geschlossen.
  • Stechmücken legen ihre Eier in jede Wasseransammlung ab. In der eigenen Umgebung kann man die Gelsenmenge reduzieren, indem man zum Beispiel Regentonnen abdeckt und in Vogeltränken/Hundetränken zumindest wöchentlich das Wasser wechselt.
  • Bei Bauvorhaben ist die Stechmückenproblematik zu berücksichtigen. Falsch konzipierte Raumplanungs- und Wasserbauprojekte können zu Massenvermehrungen von Stechmücken führen.
  • Im Bereich der Landschaftsplanung sind Maßnahmen zur Eindämmung der Vermehrung von Stechmücken wie Reduktion von Nistplätzen oder – in besonderen Situationen – die gezielte Einbringung von Mitteln gegen Larvenbildung in Wasserreservoirs sinnvoll.

 

(2.8.2017)

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