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Yersiniose

Erreger und Übertragung

Die Erreger der Yersiniosen im engeren Sinn sind Bakterien bestimmter Untergruppen von Yersinia enterocolitica sowie selten Yersinia pseudotuberculosis. Klar davon abgegrenzt wird die von Yersinia pestis ausgelöste Pest, da sich diese von den Yersiniosen durch die Art der Infektion und das verursachte Krankheitsbild deutlich unterscheidet.

Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Aufnahme kontaminierter Lebensmittel. Gelegentlich werden aber auch Ansteckungen von Mensch zu Mensch beobachtet. Auch durch kontaminierte Blutkonserven kann es zur Übertragung kommen. Als Infektionsquelle kommen v.a. Schweinefleisch und Milchprodukte in Betracht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Kälteunempfindlichkeit von Yersinien, die ihnen auch bei Temperaturen um 0° eine Vermehrung ermöglicht (ungenügendes Erhitzen von vakuumverpacktem, rohem Fleisch!). Hauptreservoir für Yersinia enterocolitica sind Schweine (Erregernachweis in Tonsillen und Kot), sie können aber bei praktisch allen warmblütigen Wild-, Nutz- und Heimtieren gefunden werden. Wichtigstes Erregerreservoir für Yersinia pseodotuberculosis dürften Nager und Wildtiere sein.

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Krankheitsbild

Nach einer Inkubationszeit von 3–10 Tagen beginnt die klinische Symptomatik mit Fieber, Durchfällen (oft blutig-schleimig), Erbrechen und Bauchschmerzen (die oft rechtsseitig lokalisiert sind und mit einer Blinddarmentzündung verwechselt werden können). Diese Symptome können 1–3 Wochen oder sogar länger dauern. Die meisten Fälle verlaufen unkompliziert. Gelegentlich kann es jedoch zum Auftreten einer postinfektiösen Gelenksentzündung, eines Erythema nodosum (Hauterkrankung mit druckschmerzhaften Knoten) oder einer systemischen Infektion (Sepsis) kommen. Die Ausscheidung der Yersinien im Stuhl dauert bis zu 3 Monaten.

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Verbreitung und Häufigkeit

Yersinien sind weltweit, hauptsächlich in gemäßigten Klimazonen verbreitet. Sie können im Darm unterschiedlicher Tiere (Schweine, Ziegen, Hunde, Katzen, aber auch Nagetiere und Vögel) vorkommen. Da sich die Bakterien auch bei Kühlschranktemperaturen (4-8°C) vermehren können, ist eine entsprechende Zubereitung (Durcherhitzung) der Fleischspeisen sehr wichtig. Selten erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infektiösen Tieren und Menschen. Sie überleben auch in gefrorenen Lebensmitteln.

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Vorbeugung

  • Kein Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem Schweinefleisch.
  • Nur pasteurisierte Milch oder Milchprodukte verwenden.
  • Gründliches Händewaschen vor dem Zubereiten der Speisen, vor dem Essen und nach Kontakt mit Tieren oder Verarbeitung von rohem Fleisch (insbesondere Schweinekutteln).
  • Getrennte Schneidbretter für Fleisch und andere Nahrungsmittel verwenden.
  • Sorgfältiges Reinigen aller Küchenutensilien nach Gebrauch.
  • Hygienische Entsorgung von Tierkot.

(2.8.2017)

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Zusatzinformationen: