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Rezente Evidenz zur medikamentösen Therapie von psychischen und Verhaltens-symptomen bei Alzheimer-Demenz

Im Jahr 2000 litten in Europa 7,1 Millionen Menschen unter einer demenziellen Erkrankung. Mit einer Verdoppelung dieser Zahl bis spätestens zum Jahr 2050 wird gerechnet. Neben der kognitiven Kernsymptomatik treten häufig Verhaltensstörungen wie Depression, Angst, Agitiertheit oder Aggressivität auf. Dies kann Angehörige und Pflegende massiv belasten und deren eigene Gesundheit beeinträchtigen, möglicherweise auch eine institutionelle Aufnahme begünstigen.

Eine Demenztherapie richtet sich dementsprechend sowohl auf die kognitiven Störungen und Beeinträchtigung von Alltagstätigkeiten, als auch bei Bedarf auf die psychischen und Verhaltenssymptome. Sie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen, desgleichen psychosoziale Interventionen für Betroffene und Angehörige und benötigt - gerade für die komplexe Zielgruppe älterer, multimorbider Patienten - einen hohen Grad an Individualisierung.

Das ehemalige Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragte die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Jahr 2014 im Rahmen der Erarbeitung der österreichischen Demenzstrategie mit der Erstellung eines systematischen Reviews zur Wirksamkeit von nicht-medikamentösen Maßnahmen und Interventionen zur Prävention und Therapie von Alzheimer-Demenz und gemischter Demenz.

Mit der vorliegenden Arbeit zur medikamentösen Therapie der psychischen und Verhaltenssymptome kommt ein weiterer Teil der wissenschaftlichen Begleitung der Demenzstrategie hinzu.

Fragestellung

Folgende Forschungsfrage wird behandelt:

Wie ist die Effektivität der medikamentösen Therapie von psychischen und Verhaltenssymptomen bei Alzheimer-Demenz, bezogen auf ausgewählte Wirkstoffgruppen? Die Behandlung mit Antidementiva, Antipsychotika, Antidepressiva, Antiepileptika oder Benzodiazepinen wird mit Placebo oder anderen medikamentösen oder nicht medikamentösen Interventionen verglichen. Endpunkte sind die Besserung/Normalisierung von psychischen und Verhaltenssymptomen, von Alltagsfunktionen sowie Lebensqualität (der Erkrankten und der Angehörigen), Pflegeabhängigkeit, Mortalität und Therapie-assoziierte unerwünschte Ereignisse. Gesucht ist rezente Evidenz ab dem Jahr 2010.

Zusatzinformationen: