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Zika-Virus

Aktuelle Situation

Europäisches Zentrum für Seuchenkontrolle (ECDC): Risikoeinschätzung (Stand 4.4.2017)

Das Ansteckungsrisiko durch den Stich einer infizierten Mücke besteht in den betroffenen Gebieten weiterhin. In Amerika und den Karibischen Regionen ist die Zahl der Zika-Übertragungen im Jahr 2017 bisher geringer, als im Vergleichszeitraum in den Jahren 2015 und 2016.

Brasilien: Die Anzahl der Neuinfektionen hat sich im Vergleich zu 2016 um 95 Prozent verringert. Das Ende des Zika-Notstandes wurde am 11. Mai 2017 ausgesprochen. Der Notstand bestand seit November 2015.

Argentinien: In den Provinzen Salta, Chaco und Formosa sind seit Mai 2017 weitere Zika-Virus-Infektionen aufgetreten.

Afrika: Aus Angola wurden erstmals zwei Zika-Virus-Infektionen gemeldet.

Asien: In Indien (Ahmedabad-Distrikt, Gujarat) sind erste Zika-Virus-Infektionen aufgetreten.

Südostasien: Zika-Virus – Infektionen treten weiterhin sporadisch auf.

Europa: Bisher sind Infektionen nur bei Reise-Rückkehrenden aufgetreten. Die Infektionen erfolgten durch den Stich einer infizierten Mücke oder wurden sexuell übertragen.

Gebiete mit Zika-Virus-Infektionen und -Übertragung

Karte aktuell gemeldeter Übertragungsfälle und Liste mit Zika-Ansteckungsrisiko: Current Zika Transmission (ECDC Europäisches Zentrum für Seuchenkontrolle)


Erreger und Übertragung

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren (Einzelstrang-RNA-Viren). Es wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert und galt lange als relativ harmlos.

Das Zika-Virus kann durch Stechmücken und von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Stechmücken
Meistens wird das Zika-Virus durch Stechmücken übertragen, vor allem durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti). Die Aedes-Mücken sind in allen tropischen und einigen subtropischen Gebieten der Welt verbreitet, in städtischen und ländlichen Regionen. In Europa wurde diese Mücke bisher nur auf der portugiesischen Insel Madeira gefunden.
Solange diese Mücke in Kontinentaleuropa nicht heimisch ist, ist eine Ausbreitung des Virus in Österreich sehr unwahrscheinlich. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass auch andere Mücken das Zika-Virus verbreiten können, z.B. die in Europa (Mittelmeer-Raum) heimisch gewordene Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Mensch-zu-Mensch
Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus ist durch sexuellen Kontakt möglich aber auch durch Bluttransfusionen und Blutprodukte.

Nachgewiesen wurde das Zika-Virus-RNA in Blut, Urin, Speichel, Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Menstrualblut und Muttermilch. Bisher gibt es aber keine dokumentierten Übertragungen von Zika-Virus über Speichel, Urin und Muttermilch.

Krankheitsbild

80 Prozent aller Infizierten zeigen keine Symptome. Bekannte Symptome sind Fieber begleitet von Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut und Erbrechen.

Die Akutsymptome treten drei bis zwölf Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an.

Gesundheitliche Folgeschäden

Die brasilianischen Behörden berichteten 2015 über einen starken Anstieg von Schädelmissbildungen bei Neugeborenen. Folgeschäden durch eine Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft gelten inzwischen als gesichert.

In den betroffenen Ländern wird ein vermehrtes Auftreten des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) mit einer durchgemachten Zika-Virus-Infektion in Verbindung gebracht. Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine in jedem Lebensalter auftretende entzündliche Nervenerkrankung, oft mitLähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen.

Diagnose

Das Zika-Virus kann bis zu drei Tagen nach Symptombeginn mittels RT-PCR im Blut nachgewiesen werden. Danach ist der Nachweis im Blut nur mittels Antikörpernachweis möglich.
Auch im Urin kann das Virus manchmal bis zu zwei Wochen nach Symptombeginn nachgewiesen werden.

Aufgrund der Ähnlichkeit der klinischen Symptomatik mit Dengue- und Chikungunya-Fieber und der größtenteils gemeinsamen Verbreitungsgebiete, sollte parallel auch stets auf diese beiden Virusinfektionen getestet werden.

Diagnosemöglichkeit in Österreich
Referenzzentrum für Arbo-Viren
Zentrum für Virologie, Medizinische Universität Wien
Telefon +43 1 40160-65517

Verbreitung und Häufigkeit

Seit 2015 hat sich das Virus in mehr als 65 Ländern weltweit ausgebreitet. Darunter Brasilien, Süd- und Mittelamerika, USA (Florida und Texas), Karibik, die Malediven, große Teile Südostasien (u.a. Thailand, Vietnam, Philippinen, Malaysia, Singapur), Länder im Südpazifik und den Kapverdischen Inseln. Infektionen kommen auch im tropischen Afrika vor.

Europa
In Europa traten bisher nur importierte Fälle nach Auslandsaufenthalten auf. Weltweit haben 13 Länder Fälle von sexuell übertragenen Infektionen gemeldet.

Österreich
In Österreich ist aufgrund der Abwesenheit der Gelbfiebermücke als Überträger eine relevante Verbreitung durch eingeschleppte Fälle nicht zu erwarten. Dennoch können sich Reisende während eines Aufenthalts in betroffenen Ländern infizieren. Genauso ist die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung durch Reiserückkehrende gegeben. Diese Möglichkeit kann durch entsprechende Verhütungsmaßnahmen (Kondom) unterbunden werden.

Stechmücken-Monitoring in Österreich
Seit 2011 wird österreichweit das Auftreten von Stechmücken überwacht. Das Monitoring wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführt. Dabei werden Stechmücken auf Viren wie z.B. West-Nil-Virus, Dengue, Chikungunya und auch Zika überprüft. Bisher wurde in Österreich noch nie das Zika-Virus in Stechmücken nachgewiesen.

Gelsen-Monitoring der AGES

Vorbeugung

Derzeit gibt es weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Die Prävention beruht allein auf der Vermeidung von Mückenstichen und geschützten Geschlechtsverkehr. Beachten Sie die Reiseempfehlungen für Zika-Gebiete.

Reisen in Zikagebiete

Rückkehr aus Zikagebieten

FAQ

Links zu weiteren Informationsseiten

(18.7.2017)

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